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Moers
Aktionen gegen Duisburger Raserszene fruchten

Moers. Die Polizei hat selbst ernannten Rennfahrern den Kampf angesagt - mit Erfolg. Von Jan Luhrenberg

Vor kurzem kam in Mönchengladbach ein unbeteiligter Fußgänger ums Leben, weil er Opfer eines offenbar privaten Autorennens wurde. In Duisburg hat es Vorfälle mit dieser Tragweite zum Glück noch nicht gegeben, obwohl vor einigen Jahren die Tuning-Szene die B8 in Hamborn als Rennstrecke für sich entdeckt hatte und andere Verkehrsteilnehmer sowie Anwohner in Angst und Schrecken versetzte. Die Fans der getunten Pkw treffen sich zwar nach wie vor in Hamborn, aber die Raserei ist wegen der ständigen Kontrollen durch Polizei und Ordnungs für die meist jungen Fahrer kein Vergnügen mehr.

Beliebter Treffpunkt der Szene ist nach wie vor der Parkplatz eines Einkaufszentrums gegenüber der Rhein-Ruhr-Halle. "In der Regel versammeln sich dort bis zu 50 Fahrer, alle im Alter zwischen 20 und 30 Jahren", weiß Ramon van der Maat, Sprecher der Polizei Duisburg. Vor allem freitags- und samstagsabend zwischen 20 und 24 Uhr würden sich viele der Autofahrer mit Wagen dort treffen, vor allem dann, wenn das Wetter schön ist. Die Hobby-Rennfahrer kommen nicht nur aus Duisburg. Auch in anderen Revier-Städten und am Niederrhein hat sich der Treffpunkt herumgesprochen. Manchmal sammeln sich die Tuning-Fans auch am Hamborner Altmarkt oder in Nebenstraßen in der Hoffnung, ein Duell austragen zu können, wenn die Polizei nicht in der Nähe ist.

Illegale Autorennen wie in Mönchengladbach veranstalteten die Hamborner Raser aber nicht, so die Erkenntnisse der Polizei. Grund dafür sei, dass es wegen etlicher baulich-technischer Veränderungen keine Strecke mehr gibt, die lang genug für ein Rennen ist. Bei "Rot" gebe es zwar Beschleunigungsduelle auf der geraden Straße, so van der Maat. "Nach einhundert Metern sind die aber schon wieder vorbei." Zudem würden die Duelle auf Straßenabschnitten ausgetragen, auf denen die Gefahr für Fußgänger eher gering sei, Weil die Streckenabschnitte so kurz seien, erreichten die Autos nicht so hohe Geschwindigkeiten wie beispielsweise in Berlin, wo im vergangenen Jahr ein Unbeteiligter in seinem Wagen tödliches Opfer eines Rennens wurde.

Polizei und Stadt haben Maßnahmen ergriffen, um es zu solchen Unfällen möglichst gar nicht erst kommen zu lassen. Eine fest-installierte Radaranlage auf der B8 in der Nähe des Treffpunktes ist immer in Betrieb, und das weiß auch die Raserszene. An "Carfreitag" und zu anderen Anlässen, in denen der Treffpunkt besonders gut besucht ist, sorgen "Scheinbaustellen" dafür, dass die Raser den Fuß vom Gas nehmen müssen. "Zudem sind wir sehr präsent und führen abends regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen durch", sagt van der Maat.

Quelle: RP
 
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