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Musical
Alle wollen in die Elbphilharmonie

Musical: Alle wollen in die Elbphilharmonie
Die Kinder proben mit viel Elan. FOTO: Christoph Reichwein
Moers. Die Siebtklässler der Kamp-Lintforter Europaschule proben, um morgen das Musical in der Stadthalle präsentieren zu können.

Keiner bewegt sich." Wenn Oliver Haß das sagt, stehen 15 Siebtklässler regungslos im Raum, fast wie Skulpturen. Es ist mucksmäuschenstill, nachdem der Musicaltänzer und Musiklehrer die Töne ausschaltet. "Krasser Bass" und "Coole Action" hatten die zwölf- und 13-jährigen Jungen gesungen. Sie waren wie Hampelmänner gesprungen, hatten in die Hände geklatscht, waren in die Hocke gegangen, hatten sich gedreht. Einige sind jetzt außer Atem, lassen es sich aber nicht anmerken. Schließlich fiebern sie ihrem großen Tag entgegen. Am Freitag stehen die Schüler mit weiteren 50 Siebtklässlern der Europaschule im Rampenlicht, wenn sie in der Kamp-Lintforter Stadthalle das Musical "Endlich! Elbphilharmonie" zeigen.

Seit Montag üben sie das Stück ein, mit dem das Kinder- und Jugendmusikfestival Kloster Kamp beginnt, das wiederum Education-Projekt des Kammermusikfestivals Kloster Kamp ist, das am 22. Juli startet. Das Drehbuch wurde von Gaby Blonski geschrieben, die Musik von Constantin Stahlberg komponiert, einem Cousin von Jeannette von der Leyen. "Als ich das Musical das erste Mal in Jerusalem gesehen habe, wusste ich das gar nicht", erzählt die Mitorganisatorin des Kammermusikfestivals. Die Neukirchen-Vluynerin war begeistert, wie palästinensische und israelische Jugendliche zusammenspielten, wie sie Gruppengeist entwickelten und Respekt vor den anderen aufbauten.

Von diesen Gruppen gibt es im Musical vier, die eines gemeinsam haben. Sie alle wollen dabei sein, wenn die Elbphilharmonie eröffnet wird, was in Wirklichkeit am 31. Oktober 2016 geschah, nachdem die Bauzeit mit neun Jahren um das Dreifache überschritten gewesen war, die Bausumme mit 850 Millionen Euro sogar um das Elffache. Die Jungen, die von Oliver Haß angeleitet werden, wollen in der Elbphilharmonie herumhängen, die Mädchen, die von Marie Schneider trainiert werden, wollen bei einer Klassenfahrt in dem Gebäude mit Backsteinsockel ihre Musik erleben. Die "Penner", die von Daniel Dinners angeleitet werden, wollen ihr festes Baustellenquartier nicht verlassen, die Sicherheitsleute, die von Anne Welte gecoacht werden, wollen die Ordnung sichern, die gefährdet ist, weil sich alle mit List Zutritt zur "Elbphie" verschaffen wollen.

"Unter uns herrscht ein toller Teamgeist", erzählt Teamleiterin und Musicalkünstlerin Marie Schneider, die wie die drei anderen Musicallehrer aus Hamburg stammt und mit ihnen im Schloss Bloemersheim wohnt. "Diesen Spirit spüren die Schüler und spiegeln ihn wider."

Hinzu kommt die Begeisterung der Lehrer. So lernen die Schüler, "an ihre Grenzen zu stoßen und sich zu überwinden - auch gegen innere und äußere Widerstände", wie es Schlossherrin Jeannette von der Leyen nennt.

Das Ergebnis, das Musical "Endlich! Elbphilharmonie", ist am morgigen Freitag, 17 Uhr, in der Kamp-Lintforter Stadthalle zu sehen. Der Eintritt ist frei, da die Aufführung von der Hamburger Stahlberg-Stiftung unterstützt wird.

Am Montag geht das Kammermusikfestival in Rheinberg weiter. An der Grundschule Grote Gert lernen Kinder eine Woche lang, klassische Streichinstrumente zu spielen, um am Freitag in einer Woche ein Konzert "Ultra-Schall" zu geben. Dann geht das Kinder- und Jugendmusikfestival in Neukirchen-Vluyn in seine finale Runde. Nach den Osterferien proben 420 Kinder für das Kinder-Mitmach-Konzert "Der Karneval der Tiere", das sie am 19. April in der Kulturhalle zeigen.

PETER GOTTSCHLICH

Quelle: RP
 
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