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Moers
Als die Grafschaft aufhörte, katholisch zu sein

Moers. "Die Lutherische Reformation in der Grafschaft Moers 1527 bis 1560 " war der Titel eines Vortrags, den der Moerser Historiker Joachim Daebel im Rittersaal des Moerser Schlosses hielt.

Die Jahreszahlen deuten an, dass die Reformation in Moers kein Ereignis, sondern ein vielschichtiger Prozess war, in dem die Machtverhältnisse auf dem europäischen Kontinent eine mindestens ebenso große Bedeutung hatten wie theologische Überzeugungen.

Das Jahr 1527, so Daebel, markiere dabei das Einsickern der Reformation von unten. Wanderprediger verkündeten die lutherische Lehre in Moers. "Doch entscheidend für das Ausbreiten der Reformation in Moers war die Unterstützung durch den Landesherrn", sagt Daebel, Autor des Standardwerks "Die Reformation in der Grafschaft Moers".

Der Landesherr, das war Graf Wilhelm II., ein Mann mit besten Beziehungen zum kaiserlichen Hof. Entsprechend vorsichtig förderte er zunächst die neue Lehre. 1542, im selben Jahr als Erzbischof Hermann von Wied in Köln die Reformation einführte, nutzte Wilhelm einen Streit im Karmeliterkloster, um dort sieben Geistliche des neuen Glaubens zu installieren.

Doch erst sein Nachfolger, Graf Hermann, ein Schüler Melanchthons, führte die Reformation 1560 offiziell in Moers ein. Wer wissen will, wie es weiterging, sollte am 8. November in den Rittersaal des Moerser Schlosses kommen. Da referiert Daebel über den "Abschluss der Reformation".

(ock)
 
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