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Moers
Als die Grafschaft Moers an die Preußen fiel

Moers. Die Idee kam bei einem Termin in Berlin. Der Moerser Bundestagsabgeordnete Siegmund Ehrmann hatte eine Reihe von Moerser eingeladen, die es beruflich in die Landeshautstadt verschlagen hatte. Und siehe da: Etliche von ihnen hatten erstaunliche Karrieren hingelegt, spielten im kulturellen und wissenschaftlichen Leben der Bundeshauptstadt eine große Rolle.

Deshalb wird unsere Redaktion in den kommenden Wochen einige dieser Lebenswege nachzeichnen. Alle diese Menschen haben sehr individuelle Gründe den niederrheinischen Lehm gegen den märkischen Sand einzutauschen, aber es gibt durchaus eine Vorgeschichte.

Im Jahre 1702 fiel die zuvor hundert Jahre lang von den Oraniern regierte Grafschaft durch eine Hochzeit und einen Todesfall an die Preußen. Die Hochzeit der Luise Henriette von Oranien mit Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg, ermöglichte es den Preußen, Anspruch auf die Grafschaft Moers zu erheben, als der Oranier Wilhelm III 1702 kinderlos starb.

Das passte anfangs weder den Oraniern noch den Moersern, die sich den preußischen Herren anfangs nur widerwillig beugten. Diese Abneigung legte sich erst nach den napoleonischen Kriegen im 19. Jahrhundert. Immerhin war man ja in Moers wie in Berlin gut evangelisch. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog Berlin vor allem viel links gesonnenes Moerser Jungvolk an. Zahlreiche Junge Männer fanden es auch ganz angenehm, dass der "Bund" ihrer im Osten nicht habhaft werden konnte. Viele von ihnen blieben - bis heute.

(ock)
 
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