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Moers
Am alten "Neuen Rathaus" tut sich was

Moers: Am alten "Neuen Rathaus" tut sich was
Gestern Morgen wurde der Schotterparkplatz am alten "Neuen Rathaus" abgesperrt. Bauarbeiter fällten Bäume, um Platz für eine Tiefgarage und einen Neubau zu schaffen. FOTO: Christoph Reichwein
Moers. Gestern haben die Vorarbeiten für den Umbau des alten "Neuen Rathauses" an der Meerstraße begonnen. Bauherr Peter Werle war vor Ort. Er will noch in diesem Sommer mit den Bauarbeiten für die Wohnanlage beginnen. Von Jürgen Stock

Montagmorgen, acht Uhr. In den Lärm von Radladern und Schreddermaschinen mischt sich immer wieder das Kreischen von Motorsägen. Für einige Stunden ist der Moerser Stadtpark alles andere als eine Oase der Ruhe. Arbeiter fällen mit großem Gerät Bäume. Am Greefbrunnen muss eine vom Pilz befallene Sumpfzypresse entfernt werden. Am alten "Neuen Rathaus" dagegen fällen Arbeiter 13 kleinere Bäume sowie Strauchwerk, das sich in den Jahren der Vernachlässigung rings um den ehemaligen Schotterparkplatz entwickelt hatte. Investor Peter Werle aus Alpen beaufsichtigt die Arbeiten rings um das Gebäude, das einmal eine vornehme Wohnresidenz mitten im Park werden soll.

Für ihn ist das ein bedeutsamer Termin. Die Fällarbeiten signalisieren, dass es an einem der wichtigsten Wohnbauprojekte im historischen Kern von Moers endlich voran geht. 70 Eigentumswohnungen sollen hier entstehen zum Preis zwischen 2900 und 5000 Euro pro Quadratmeter. Bereits im vergangenen Sommer hatte die Stadtverwaltung signalisiert, dass aus ihrer Sicht einer Erteilung der Baugenehmigung kaum mehr etwas entgegenstehe. Danach schien sich monatelang nichts mehr zu tun. Mancherorts war schon zu hören, dass das Projekt möglicherweise das gleiche Schicksal ereignen könne wie die Grafengalerie, deren Realisierung nach dem Tod der Projektplanerin Brigitte van der Jagt derzeit mehr als fraglich ist.

Peter Werle gestern vor dem alten "Neuen Rathaus". FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Tatsächlich hatte auch Peter Werle, wie er nun im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete, mit schweren gesundheitlichen Problemen zu Kämpfen, die ihn zu einer zeitweisen Auszeit zwangen. Hinzu kamen technische Probleme, keine unlösbaren, aber doch so viele, dass sie das Projekt doch verzögerten. Werle nennt zwei Beispiele: So habe die Statik der Tiefgarage neu berechnet werden müssen, nachdem die Enni darauf hingewiesen habe, dass sie mit schwerem Gerät drüber fahren müsse. Da die Stadt Moers einen zweiten Fluchtweg gefordert habe, habe dafür ein zusätzliches Grundstück angekauft und vermessen werden müssen. Und für ein gerade mal zwei Quadratmeter großes gläsernes Vordach hätten 40 Zeichnungen verschickt werden müssen.

Auch Bäume spielten bei den Verhandlungen eine Rolle. So hatte Werle anfangs vor, die mächtige Platane am Südende des Gebäudes zu fällen. Die Stadt forderte den Erhalt. Ergebnis: Der Baum bleibt stehen. Werle musste sogar die Balkons neu entwerfen, damit sie nicht zu nah asn den Stamm rückten: "Inzwischen bin ich froh darüber. Die Bewohner der oberen Stockwerke werden auf Höhe der Baumkrone leben. Das ist schon etwas Besonderes."

Werle beteuert sein Interesse am Erwerb des Weißen Hauses, für das er ein Vorkaufsrecht hat. Aber er könnte auch damit leben, dass die Stadt dort, wie von den Grünen gefordert, eine Kita einrichtet. Die 300 Interessenten die sich bislang für die Wohnungen haben registrieren lassen, seien ohnehin darauf hin gewiesen worden, dass sie in der Innenstadt mit Veranstaltungen zu rechnen hätten.

Wenn die Baugenehmigung im März erteilt wird, muss Werle innerhalb von acht Wochen die Brücke zum Weißen Haus abreißen. Werle: "Mit dem Bau können wir dann im Sommer beginnen."

Quelle: RP
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