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Moers
Angelika I. ist die neue Königin der Nachbarschaft "Am Pumpeneck"

Moers: Angelika I. ist die neue Königin der Nachbarschaft "Am Pumpeneck"
Angelika Oppdehipt stand im Mittelpunkt, als die Nachbarschaft am Samstag feierte. Sie ist die neue Königin der Gemeinschaft "Am Pumpeneck". FOTO: Dieker
Moers. Die Menschen an der Neustraße pflegen das ganze Jahr über ihre Gemeinschaft. Und nun haben sie ihre neue Majestät gekürt. Von Peter Gottschlich

"Man grüßt sich, man umarmt sich, man versteht sich." So beschreibt Angelika Oppdehipt das Lebensgefühl der Pumpennachbarschaft "Am Pumpeneck". Die 54-jährige Reinigungsfachfrau ist neue Königin dieser Nachbarschaft an der Neustraße. Am Samstagabend erhielt sie Zepter, Krone und bordeauxrote Robe. "Wenn man sich einmal nicht versteht, spricht man sich aus und trinkt nachher miteinander einander ein Bier", erzählt Angelika I. aus der Neustraße.

Im Jahr 2000 trat sie mit ihrem Mann Manfred Oppdehipt in die Nachbarschaft "Am Pumpeneck" ein. "Wir haben eine Viereinhalb-Zimmer-Wohnung gesucht, für uns und unsere beiden Kinder", berichtet sie. Dieses Jahr war für diese Gemeinschaft, die 1973 entstand, ein besonderes. Heiner Rütjes wurde Pumpenmeister, der vierte in der Geschichte. Außerdem entschieden er und die Mitglieder der Pumpennachbarschaft, Wilhelm Brunswick zum Ehrenpumpenmeister zu erheben. "Bis 1999 ist er jedes Jahr als Bürgermeister gekommen", berichtet der 62-jährige Vertriebsmitarbeiter der Sparkasse am Niederrhein, dessen Ehefrau Jutta aus der Familie Mechmann stammt, die einst eine Metzgerei in der Neustraße betrieb. "Weil er unsere Gemeinschaft so toll fand, ist er ab 2000 weitergekommen, auch als er kein Bürgermeister mehr war. So haben wir ihn zum Ehrenpumpenmeister ernannt."

80 Personen gehören dieser Pumpennachbarschaft an, deren Pumpe an der Ecke von Neustraße und Fieselstraße nahe des Geschäftes "Villa Wölkchen" steht. "Wir sind wie eine große Familie", sagt Heiner Rütjes. Die Mitglieder in dieser Familie, die in der Neu- und Fieselstraße, der Nieder- und der Haagstraße sowie im Rosenthal wohnen, sind bei den großen Ereignissen im Jahr zusammen. Zum Beispiel besuchen sie am Nelkensamstag den Karnevalsumzug. "Meistens sind wir 20 bis 25 Personen", sagt der Pumpenmeister. "Wenn der Zug vorbei ist, feiern wir gemeinsam weiter."

Im Mai treffen sich die Pumpennachbarn zu einem Frühstück in der Espressobar Culinario, in diesem Jahr saßen 50 zusammen. Am Freitag, dem ersten Tag der Moerser Kirmes, kommen sie zum Fahnenfest zusammen. Am Samstag sitzen und klönen sie nachmittags bei einer Kaffeetafel, während auf den Tischen Rosinenstuten und Apfelkraut, Pflaumenkuchen und Käsebrot, Saft und Kaffee stehen. Das Pumpenfest feiern sie abends mit Krönungszeremonie und Tanz weiter. Und in der Adventszeit treffen sie sich zu einer Weihnachtsfeier im Café Mehrhoff, bei der sie adventliche Geschichten vortragen und singen.

"Es ist doch etwas anderes, wenn man sich in die Augen sieht, ins Gesicht", sagt Ibrahim Yetim. "Im Zeitalter von Whats-App ist eine Pumpennachbarschaft doch etwas sehr Modernes." Als stellvertretender Bürgermeister überbrachte er am Samstag die Glückwünsche zum 44. Geburtstag - und blieb danach, um die Gemeinschaft der "großen Familie" zu genießen.

Quelle: RP
 
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