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Moers
Arbeiten im Solimare kommen voran

Moers: Arbeiten im Solimare kommen voran
Diese künstlichen Felsen im künftigen Wasserspielbereich des Freibads sollen technische Geräte kaschieren. Rechts sind noch die Überreste des ehemaligen Wellenbads zu erkennen. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Moers. Bereits nach den Herbstferien wird das Aktivbad im Solimare eröffnen. Das ist drei Monate früher als geplant. Schon im September sollen in der renovierten Eissporthalle die Kälteaggregate das erste Eis für die Schlittschuhsaison erzeugen. Von Jürgen Stock

Tief im Keller unter dem neuen Aktivbad geht für Enni-Geschäftsführer Dirk Hohensträter die Sonne auf. Der gelernte Ingenieur macht ein Gesicht wie ein Fünfjähriger, der zum ersten Mal seine Brio-Bahn quer durch das Kinderzimmer gelegt hat. "So eine Schwimmbadtechnik ist schon etwas Besonderes", sagt Hohensträter und macht sich auf die Suche nach dem Muschelkalk. Damit soll nämlich künftig das Wasser im Solimare gefiltert werden. "Dadurch verbrauchen wir viel weniger Wasser und Energie als bei der alten Anlage, bei der Sand eingesetzt wurde", erklärt Hohensträter.

Ortstermin auf der derzeit größten Moerser Baustelle. Über das bizarre Gewirr aus gefliesten Schwimmbadtrümmern und nagelneuer Filter-, Lüftungs, Kraftwerks- und Kältetechnik führen Hohensträter und die Moerser Architektin Karin Walter, die seit kurzem die Oberaufsicht über die komplette Baustelle hat, nachdem sich ein Düsseldorfer Büro, das den Zuschlag für das Freibad bekommen hatte, im Streit von der Enni getrennt hatte. Die Auseinandersetzungen mit den Düsseldorfern hatten auch dazu geführt, dass die Arbeiten am Freibad in Verzug gerieten.

Der Wunsch-Eröffnungstermin vor den Sommerferien wird wohl nicht gehalten werden können. Theoretisch wäre das nur möglich, wenn alle Wetterbedingungen mitspielten. "Doch wann ist das hier am Niederrhein mal so", fragt die Architektin. Immerhin: Die Baustelle ist voller Menschen, die trotz des schlechten Wetters fleißig arbeiten. "Die Stimmung unter den Mitarbeitern der verschiedenen Firmen ist gut", sagt Hohensträter. Er versichert, dass trotz der Unstimmigkeitein der Gesamtkostenrahmen von 16 Millionen Euro nicht überschritten werde.

Enni-Geschäftsführer Dirk Hohensträter bei einer Ortsbesichtigung in der neuen Eiossporthalle mit Architektin Karin Walter. FOTO: Klaus Dieker

Laien können sich allmählich ein erstes Bild davon machen, wie das neue Freizeitzentrum einmal aussehen wird. So ist der Rohbau der erweiterten Eissporthalle so gut wie fertig. Auch die Technik ist weitgehend installiert. Nur ein riesiges Lüftungsrohr wartet noch in der Mitte der künftigen Eisfläche auf seine Endmontage unter dem Dach. Dort sind die Arbeiten an den alten Leimbindern schon seit einiger Zeit abgeschlossen. Deren Tragfähigkeit hatte aufgrund Feuchtigkeitsschäden zum Schluss nur noch bei rund 70 Prozent gelegen. Nun ist die Konstruktion allerdings wieder voll belastbar.

Komplett neu ist der Eingangsbereich. Da, wo bald ein Drehkreuz den Einlass regelt, schauen Kabel aus der Erde. Nischen im Gemäuer werden die Kassenautomaten aufnehmen. In dem Trakt haben unter anderem vier Umkleideräume, eine Bar und eine Theke für den Schlittschuhverleih Platz. Karin Walter deutet auf eine Außenwand: "Hier machen wir den Durchbruch für die Terrasse." So bald es die Temperaturen erlauben, kann der Estrich gelegt werden.

Wärmedämm-Matten auf der Baustelle im Solimare. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

Auch im Aktivbad ist das L-förmige Doppel-Becken im Rohbau bereits fertiggestellt. Durch das Absenken einer Wand können hier zwei nebeneinader liegende 25-Meter-Bahnen eingerichtet werden. Nebenan läuft das Blockheizkraftwerk bereits seit Dezember vergangenen Jahres auf vollen Touren. Die Wärme wird auf der Baustelle benötigt, damit Beton und Estrich schneller abbinden.

Im Vergleich dazu bietet das künftige Freibad eine völlig surreale Kulisse. Da, wo einst das riesige Wellenbad war, ist immer noch der Umriss des gekachelten Beckens zu erkennen. Im Hintergrund türmen sich Berge mit Bodenaushub auf. Gleich nebenan scheint die Wasserfläche des bereits renovierten Nichtschwimmerbeckens nur auf seine ersten Gäste zu warten. "Das Wasser", erläutert Karin Walter, "dienst als Frostschutz für die Fliesen."

Die Technik ist bereits weitgehend installiert. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

Die Architektin deutet auf eine Matschlandschaft aus der sich einige bizarre Felsformationen erheben. "Hier soll einmal der Rhein verlaufen", erklärt sie. Ein Wasserlauf soll den kompletten Fluss von den Alpen bis zur Mündung symbolisieren. Die Felsen sind dabei Spezialkonstruktionen in denen sich technische Geräte verbergen, die ansonsten den Gesamteindruck der Wasserlandschaft stören würden. Nur von der geplanten Riesenrutsche ist bislang noch nichts zu sehen. Aber die dürfte dann ja wohl auch erst im kommenden Jahr benötigt werden. Aber wenn sie dann erst mal steht, gibt es bei der Enni mit Sicherheit einen Mann, der dann wieder sein Brio-Bahn Gesicht aufsetzt.

Quelle: RP
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