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Rheurdt
Arbeiterwohlfahrt will sich um Kita-Kinder kümmern

Rheurdt. Rheurdt: Das Bistum in Münster verweigert der Kirchengemeinde die Einrichtung einer weiteren Gruppe. Von Jürgen Stock

Überraschende Wende in der Diskussion um die Betreuung von 13 Kindern, für die in Rheurdt bislang keine Kita-Plätze zur Verfügung stehen. Nicht, wie von vielen erwartet, die katholische Kirchengemeinde St. Martinus, sondern die Arbeiterwohlfahrt soll den Zuschlag für die Einrichtung einer neuen Kindertagesstätte erhalten. Pikant: Ausschlaggebend für die Wahl des neuen Trägers ist ein Votum des Bistums gegen die Kirchengemeinde.

Dort reagiert Pfarrer Norbert Derrix mit spürbarer Verstimmung. "So etwas geht einfach nicht", sagt er. "Wir hatten den Vorschlag gemacht, und es wäre super gut gewesen", sagt der Pfarrer. Wie berichtet wollte die Gemeinde auf dem Gelände des Hubertuskindergartens an der Grünstraße einen Pavillon errichten, der den bisherigen Turnsaal aufgenommen hätte. Der Turnraum hätte dann die neue Kita-Gruppe beherbergen können. Bei den zu versorgenden Kindern handelt es sich um sieben Einheimische und sechs Flüchtlinge.

Sowohl mit der Gemeinde als auch mit dem Kreis, dessen Jugendamt zuständig für Rheurdt ist, hatte man bereits Einvernehmen hergestellt, bis das Bistum seine Zustimmung verweigerte. Die Ablehnung begründet Bistums-Sprecher Christian Breuer so: "Bei einer Erweiterung wäre eine sogenannte Modullösung, also ein Container, zum Einsatz gekommen. Eine solche Gruppenerweiterung bedarf der kirchenaufsichtlichen Genehmigung. Diese ist nicht in Aussicht gestellt worden, da der kirchliche Grundbestand sichergestellt ist und Gruppenerweiterungen nur noch in bestimmten Ausnahmefällen kirchenaufsichtlich genehmigt werden.

In den beiden Tageseinrichtungen St. Nikolaus und St. Hubertus werden im laufenden Kindergartenjahr 2015/2016 insgesamt 115 Kinder betreut. Der kirchliche Grundbestand - nach dem die Kirche für je 60 Katholiken einen Kindergarten-Platz bereit hält - beläuft sich auf 55 Plätze. Somit werden derzeit bereits 60 Zusatzplätze vorgehalten." Norbert Derrix verweist allerdings darauf, dass trotz Überdeckung das Bistum in Weeze und Geldern in vergleichbaren Fällen eine Ausnahmegenehmigung erteilt habe.

Wie unsere Redaktion erfuhr, soll die Awo, die in Rheurdt bislang nur im Jugendbereich engagiert ist, schon früh signalisiert haben, dass man bereit wäre, eine Trägerschaft für eine Kita zu übernehmen. Daraufhin habe das Bistum beschlossen, sich in Rheurdt nicht noch stärker im Kita-Bereich zu engagieren. "Wir sind sicher, dass wir das auch kurzfristig hinbekommen", sagt Marion Kurth, Geschäftsführerein der Awo Kreis Kleve. Die Kita soll schon nach den Sommerferien an den Start gehen. Kurzfristig, so Kurth, sei eine Einrichtung mit nur 13 Plätzen für einen Träger zwar nicht lukrativ, man plane aber langfristig.

Nächste Woche soll dem Vernehmen nach die Entscheidung über den Standort fallen. Der soll, wie zu hören war, in Rheurdt liegen. Momentan ist Kurth auf der Suche nach geeigneten Erzieherinnen: "Bewerbungen werden noch angenommen."

Quelle: RP
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