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Moers
Asylbewerber verletzt Landsmann mit Messer

Moers. Ein 33-jähriger Asylbewerber aus Marokko hat bei einem Messerangriff im Asylheim in der Franz-Haniel-Straße in Moers-Hochstraß einen 31-jährigen Landsmann schwer verletzt. Die Tat ereignete sich am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr, wie die Polizei gestern mitteilte.

Das Opfer, das mit mehreren Wunden ins Krankenhaus gebracht wurde, befindet sich nicht in Lebensgefahr. "Dem Mann geht es den Umständen entsprechend gut", erklärte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Der Täter, der nach dem Angriff flüchtete, wurde mittlerweile festgenommen.

Sowohl Opfer als auch Täter sind Asylbewerber aus Marokko und waren in dem Asylheim in der Franz-Haniel-Straße untergebracht. Nach Aussagen von Bewohnern hätten sich beide Männer auf arabisch angeschrien, und dann sei der 33-Jährige mit einem Messer auf seinen zwei Jahre jüngeren Landsmann losgegangen. Durch Messerstiche wurde das Opfer an Nacken, Rücken und an der Hand verletzt. Trotz der Verletzungen war es dem 31-Jährigen gelungen, den Wachdienst zu informieren, der seit August vergangenen Jahres die Unterkunft rund um die Uhr bewacht. Dieser benachrichtigte dann die Polizei.

Da der Angreifer nach der Tat geflohen war, schrieb ihn der Staatsanwalt wegen eines versuchten Tötungsdeliktes zur europaweiten Fahndung aus. Mit Erfolg: Niederländische Polizisten nahmen ihn am Sonntag in Amsterdam fest. Er soll in den kommenden Tagen nach Deutschland überstellt werden. Die Mordkommission Duisburg hat die Ermittlungen übernommen.

Da auch das Opfer noch nicht vernommen werden konnte, ist über das Tatmotiv bisher nichts bekannt. Laut dem Betreuer in der Einrichtung habe es vorher keine Streitigkeiten oder Spannungen zwischen den beiden Männer gegeben, sagte der Stadtsprecher. "Der Betreuer kann es sich nicht erklären." Hinweise zum Tatmotiv erhofft sich die Stadtverwaltungen von den Ermittlungen der Polizei.

"Auf jeden Fall versuchen wir, die räumliche Situation in den Asylbewerberunterkünften zu verbessern und zu entzerren", erläuterte der Stadtsprecher. Denn die Enge in den Unterkünften führe regelmäßig zu Spannungen. Für Sicherheit sorgt ein Wachdienst. Dieser wurde in der Unterkunft, wo momentan 68 Männer leben, eingeführt, nachdem ein Feuer im vergangenen August ausgebrochen war.

(joh)