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Moers
Auch Gospel klingt in der Festivalhalle gut

Moers: Auch Gospel klingt in der Festivalhalle gut
Der "Tana Gospel Choir" aus Madagaskar kam in landestypischen weißen Trachten die Bühne der Festivalhalle und begeisterte das Publikum. Viele klatschten und sangen begeistert mit. FOTO: Dieker
Moers. Die Halle am Solimare stand am Samstag ganz im Zeichen der Gospelmusik. Sechs Chöre mit 100 Sängern standen anlässlich der bevorstehenden Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation auf der Bühne. Von Jan Caspers

Die Festivalhalle am Solimare bietet bislang leider nur dem Jazz, der Comedy oder dem Theater eine Heimat. Am Samstagabend stand der Veranstaltungsort an der Filder Straße jedoch ganz im Zeichen der Gospelmusik. Anlässlich der bevorstehenden Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der Reformation im kommenden Jahr, standen insgesamt sechs Gospelchöre gemeinsam auf der Bühne. Chormitglieder der "Joyful Voices" aus Moers nahmen an der Veranstaltung des Kirchenkreises Moers ebenso teil wie Sänger der Chöre "Good News" aus Kapellen, "Lightning Souls" aus Kamp-Lintfort, "Gospel Invitation" aus Eick und "Gospel in blue" aus Duisburg-Homberg. Zusammen bildeten die Chormitglieder somit den "United-Workshop-Gospel-Chor". Die 100 Sänger wurden musikalisch von der "Joyful Voices Band" unterstützt, die den Gemeinschaftschor mit Schlagzeug, Keyboard, Bass und Gitarre begleitete.

Ernst Ickler, der Chorleiter der "Joyful Voices", hatte die musikalische Leitung des Gemeinschaftschores übernommen. Auch das Dirigieren des Chores war allerdings ein gemeinschaftliches Projekt. Daher dirigierten die Chorleiter der einzelnen Chöre den "United-Workshop-Gospel-Chor" im Wechsel. Der Chor bot im ersten Konzertabschnitt eine abwechslungsreiche Mischung aus Gospelgesängen mit ganz unterschiedlichen Stimmungen. Während das Lied "Shine your light" sehr gefühlvoll war, zeigten sich bei den Songs "Open your eyes" und "You are the one" deutliche Anklänge an die Rockmusik. Das Lied "The train" war hingegen eher vom Blues beeinflusst. Bei den meisten Songs kamen immer wieder einzelne Chormitglieder an das Mikrofon, um auch solistisch in Erscheinung zu treten. So übernahmen bei der emotionalen Ballade "Hope of heaven", die Martin Alfsen, der Leiter des "Reflex Choir" aus Oslo, unter dem Eindruck des Amoklaufs auf der norwegischen Insel Utoya im Jahre 2011 komponiert hat, eine Sängerin und ein Sänger die Solopartien. Im zweiten Konzertabschnitt betraten dann die Mitglieder des "Tana Gospel Choir" aus Madagaskar in landestypischen weißen Trachten die Bühne der Festivalhalle. Die acht Sängerinnen und zwei Sänger des Chores wurden ebenfalls von einer eigenen Band begleitet, die aus einem Schlagzeuger, einem Gitarristen, einem Bassisten, einem Keyboarder, einem Akkordeonspieler sowie jeweils einem Trompeter, Saxofonisten und Posaunisten bestand. Unter der Leitung seines Dirigenten Fidy Nirina Rabearisoa eröffnete der "Tana Gospel Choir" sein Konzert mit einer Version des Klassikers "Kumbaya my Lord". Bei den Songs "Mandrakizay", "Faly Aho" oder dem Lied "Rivers of Babylon" zeigte sich schnell, dass die afrikanische und die europäische Gospelmusik deutliche Unterschiede aufweisen. So zeichnete sich die Gospelmusik des "Tana Gospel Choir" trotz der deutlich kleineren Besetzung durch eine größere Vielstimmigkeit und rhythmische Vielfalt aus, da alle Chormitglieder einzelne Stimmen, Melodien und Rhythmen zusammenführen. Der puren Lebensfreude und der Zuversicht, die diese Musik ausstrahlte, konnte sich das Publikum nicht entziehen.

Auch für die Moerser Festivalhalle, die bislang nicht ausreichend genutzt wird, war dies eine überaus gelungene Veranstaltung.

Quelle: RP
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