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Moers
Aufsichtsrat will weiter mit Tim Isfort sprechen

Moers. Die Moers Kultur GmbH schafft die Rahmenbedingen, damit die Findungskommission die Gespräche mit Tim Isfort wieder aufnehmen kann. Das teilte Aufsichtsratsvorsitzende Carmen Weist gestern mit. Von Anja Katzke

In der Sitzung des Aufsichtsrats der Moers Kultur GmbH kam es gestern zur Nagelprobe. Bis in die späten Abendstunden tagte das Gremium hinter verschlossenen Türen. Anlass war die Absage des Moerser Musikers Tim Isfort. Er hatte das Angebot der Findungskommission ausgeschlagen, die künstlerische Leitung für das Moers Festival zu übernehmen. Er hatte, wie offenbar auch seine Mitbewerberin, unter anderem Anstoß daran genommen, dass der Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, Dirk Hohensträter, bereits zwei Tontechniker zu seiner Unterstützung eingestellt hatte (RP berichtete).

Nach der mehrstündigen Sitzung des Aufsichtsrats, in der es sehr turbulent zugegangen sein soll, gab Vorsitzende Carmen Weist gestern Abend eine knappe Erklärung heraus: "Es wurden die Rahmenbedingungen geschaffen, dass die Findungskommission die Gespräche mit Tim Isfort wieder aufnehmen kann." Zu weiteren Einlassungen über den Verlauf der Aufsichtsratssitzung war die SPD-Politikerin nicht bereit. Wie informierte Kreise aber berichten, soll das Gremium mehrheitlich beschlossen haben, die von Geschäftsführer Hohensträter geschlossenen Verträge mit den beiden Tontechnikern aufheben zu lassen - und zwar bis zum 29. Oktober innerhalb der Probezeit. Wie bereits berichtet, soll Aufsichtsratsvorsitzende Weist dem Geschäftsführer vorgeworfen haben, den Gesellschaftsvertrag nicht eingehalten und einen "objektiven, den Willen des Gesellschafters missachtenden Dienstverstoß" begangen zu haben.

Das brachte der Aufsichtsratsvorsitzenden der Moers Kultur GmbH gestern die erboste Kritik des CDU-Fraktionschefs Ingo Brohl ein. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte er zu den Vorwürfen von Dienstvergehen, die die Aufsichtsratsvorsitzende gegen Geschäftsführer Hohensträter erhoben haben soll: "Bevor eine Aufsichtsratsvorsitzende solche massiven Vorwürfe dem Aufsichtsrat vorlegt, sollte sie sicher sein, dass sie richtig liegt."

Im November 2015 habe, so Ingo Brohl, der Moerser Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung den Dienstvertrag und die Geschäftsordnung der Moers Kultur GmbH angepasst. Dirk Hohensträter habe rechtlich vollkommen einwandfrei gehandelt, erklärt Brohl: "Frau Weist belegt erneut ihre Überforderung und Parteilichkeit bei der Ausübung dieser besonderen Funktion. Sie ist nicht mehr tragbar und sollte auch im Aufsichtsratsvorsitz nach dieser ungeheuerlichen Inszenierung für einen Neuanfang sorgen", erklärte der CDU-Fraktionschef.

Die CDU in Moers sei davon überzeugt, dass es nicht nur rechtlich in Ordnung gewesen sei, sondern auch sachlich richtig, dass der Geschäftsführer, nachdem auch Mitstreiter des ehemaligen künstlerischen Leiters kurzfristig gekündigt hatten, Personal und Know-how für einen Fortbestand des Festivals in der Form in die Gesellschaft geholt habe. Brohl betonte für die CDU jedoch: "Wir wollen und brauchen ein Festival 2017, auch, weil ansonsten hohe Rückzahlungsverpflichtungen entstehen. Daher hatten wir auch hohe Sympathien für einen künstlerischen Leiter Tim Isfort."

Dirk Hohensträter erklärte gestern vor der Sitzung auf Nachfrage unserer Zeitung, keinen Verstoß gegen die aktuelle Geschäftsordnung der GmbH begangen zu haben. Er habe dem Aufsichtsrat berichtet, dass er Mitarbeiter für das Büro eingestellt habe. "Das ist meine Aufgabe als Geschäftsführer, und ich erfülle dies im Rahmen des Wirtschaftsplans." Diese Diskussion blieb im Aufsichtsrat allerdings gestern strittig. Ob Hohensträter in seiner Funktion als Geschäftsführer Personal einstellen darf, soll nun gutachterlich geklärt werden.

Quelle: RP
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