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Moers
Aus Café Küppers wird Lifestyle-Lokal

Moers: Aus Café Küppers wird Lifestyle-Lokal
Das traditionsreiche Caféhaus Küppers schließt Ende Januar. Ab April soll es dann an der Steinstraße 18 hip und stylisch werden: Sebastian Lipperheide eröffnet einen Burgerladen - "Ali & Rick". FOTO: Dupke/Lipperheide
Moers. Bioburger und Fair-Trade-Produkte wird es ab April bei "Ali & Rick" an der Steinstraße geben. Betreiber Sebastian Lipperheide, Berliner mit Wurzeln in Kamp-Lintfort, wird von einem Koch mit Sterneküchen-Erfahrung beraten. Von Josef Pogorzalek

Das Lebensgefühl junger Großstadtmenschen will Sebastian Lipperheide nach Moers bringen. "Ali & Rick" heißt sein Restaurant, das er im April an der Steinstraße 18 (bisher Café Küppers) eröffnet. Der 32-Jährige stammt aus Kamp-Lintfort, ist aber viel herumgekommen: Unter anderem nach Hamburg, Berlin, London und wieder Berlin verschlug ihn sein Lebensweg. Nun möchte er es den Niederrheinern ermöglichen, "genauso tolle Produkte essen und trinken zu können wie in der Großstadt, Musik hören zu können wie in der Großstadt, ein Ambiente genießen zu können wie in der Großstadt".

Stylisch, modern, locker soll es bei "Ali & Rick" zugehen. "Wir wollen unseren Gästen ein Lebensgefühl vermitteln." Musik und Mode spielen eine große Rolle. Und zeitgemäße Produkte. Für Lipperheide bedeutetet dies: "Produkte mit regionalem Bezug, Bio-Fleisch, Fair-Trade-Kaffees und Bio-Tees, moderne Softdrinks, Bier-, und Spirituosenmarken von kleinen, unabhängigen Herstellern und nicht von Konzernen." Die Karte werde Burger und andere Gerichte in verschiedenen Variationen bieten, auch vegetarische und vegane, Kebabs vom Kalb, Huhn, Lamm, Ente oder Shrimps, hausgemachte Saucen, frische Kräuter, zum Nachtisch Cheesecake oder Chocolate Fudge Brownies, zum Frühstück frische Früchtemüslis, regionales, saisonales Obst, oder auch pochierte Eier im Glas mit Chorizowurst.

Nicht zuletzt möchte Lipperheide dem Thema Nachhaltigkeit mehr Geltung verschaffen. "Bio-Produkte sprechen tendenziell eher eine privilegierte und eher ältere Zielgruppe an. Frauen 45plus", findet er. "Lässig, hip und cool kann das Thema Nachhaltigkeit aber nur wahrgenommen werden, wenn jüngere Menschen sich dafür interessieren. Also nicht die Jutta mit dem Jutebeutel und dem Strickpulli, sondern auch Max und Mehmet von der Gesamtschule aus der zehnten Klasse."

Derzeit sucht Lipperheide Mitarbeiter für Service und Küche. Er selbst wolle nicht am Herd stehen. "Das scheint mir das Beste für alle Beteiligten. Stattdessen werde ich im Service mitarbeiten und Ansprechpartner für meine Gäste sein." Der 32-Jährige hat in Holland Marketing studiert, anschließend in England Markenmanagement für Mode und Lifestyle. In Hamburg arbeitete er in einer großen Werbeagentur, in Berlin in den vergangen sechs Jahren in der Modebranche. Gastronomie sei für ihn Neuland. Fachkundige Unterstützung bekomme er von seinem Jugendfreund Michael Mackels. "Michael ist gelernter Koch. Er hat in unterschiedlichen Sterne-Restaurants in Deutschland gearbeitet, bis er dann in den vergangenen fünf Jahren die Küche des Sternerestaurants VAU (von Fernsehkoch Kolja Kleeberg) in Berlin geleitet hat. Seit Beginn dieses Jahres betreibt er sein eigenes Restaurant in Stralsund."

Mit seinem Konzept für "Ali & Rick" war Lipperheide in Aachen für einen Existenzgründerpreis nominiert. Aus der Restaurantgründung in der Kaiserstadt ist aber nichts geworden. Nun zieht es ihn in seine Heimat. Das habe neben geschäftlichen Gründen - der Markt sei einfacher als in Berlin, wo es nahezu alles schon gebe - auch einen "idealistischen" Hintergrund. "In meiner Jugend habe ich ziemlich viel Unsinn angestellt. Heute bin ich mir sicher, dass es damit zusammenhängt, dass wir in Moers und Kamp-Lintfort kein sonderliches Freizeitangebot für Jugendliche und junge Erwachsene hatten", sagt der 32-Jährige. "Ich denke, dass es den Jugendlichen und jungen Erwachsenen in meiner Heimat ähnlich geht. Und das möchte ich gerne ändern."

www.facebook.com/AliundRick

Quelle: RP
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