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Moers
Baden im Repelener Meer

Moers. Die Künstlergruppe "KUHnst" baut gestern und heute ihre Installation am Repelener Meer auf. Mit den Kunstwerken wird Bezug genommen auf den Badebetrieb von Lehmpastor Felke im Jungbornpark. Offizielle Eröffnung am 2. Mai. Von Heribert Brinkmann

Eine hellblau gekachelte Treppe führt die Böschung hinab ins Wasser. Gleich daneben schwebt über dem Wasser eine "Kapelle" aus einem alten Kessel mit Türmchen. Am gegenüberliegenden Ufer soll ein Stückchen Stahlwand mit Sehschlitz noch aufgerichtet und einbetoniert werden. Noch fehlen auf dem Mäuerchen am Ufer die abgelegten Kleidungsstücke – nicht textil, sondern in Bronze gegossen.

Gestern waren die Künstler und ihre Helfer noch eifrig am Werk, ihre lange geplante mehrteilige Installation für den Jungbornpark aufzustellen. Die Restarbeiten sollen heute noch erledigt werden. Eröffnet wird die Kunst-Station am Repelener See aber erst am 2. Mai, wenn auch der Barfussweg im Jungbornpark fertig gestellt sein wird. Dann gibt es für die Stadt, Repelen aktiv und die anderen beteiligten Vereine viel Grund zu feiern. Denn mit diesem letzten Baustein ist das Projekt des Felke-Erinnerungs-Parks erfolgreich abgeschlossen.

Vor der großen Eröffnung stellen die Künstler seit gestern ihre Installation "Kunst am Wasser" auf. Versprochen hat die Gruppe "KUHnst" eine Traumsituation vom Bad im "Repelener Meer". Gestern ließ sich bereits gut erahnen, wie der Spaziergänger die Kunst-Situation am See wird erleben können. Eine geschlitzte Wand aus Stahl von Rainer Lichtenscheidt aus Neuss soll an die Astlöcher der damaligen hölzernen Badekabinen oder im Zaun von Felkes Luftbad erinnern.

Die Wasserkapelle von Peter Busch aus Geldern schwebt über einem Zulauf. Die Korpus der Kapelle ist ein ausrangierter Gastank aus dem Bergbau, das aufgesetzte kleine Türmchen haben Gefangene in der Geldener JVA geschweißt. Busch will Bergbau und Badebetrieb in Verbindung setzen. Er erinnert daran, dass in Repelen der Bergbau den Niedergang des Badebetriebs ablöste. Jetzt zum Ende des Bergbaus am Niederrhein erinnere man sich in Repelen wieder verstärkt an Pastor Felke und seine Lehm-Luft-Wasser-Kur.

Wer von der Seeseite den Kopf in Buschs Wasserkapelle steckt, sieht fließendes Wasser. Er blickt in den Zulauf von abgepumptem Grundwasser, ein Erbe des Bergbaus, in das Repelener Meer. Der Kölner Künstler Odo Rumpf wird Kleidungsstücke auf einem Mauerstück drapieren. Darunter führt die blau gekachelte Treppe von Peter Strege aus Dortmund in den See. Für Strege vereint die blaue Farbe als ein poetisches Zitat Wasser und Himmel.

Wer heute auf dem Landschaftsbalkon knapp über dem Repelener Meer steht, kann sich von den künstlerischen Zitaten in die Vergangenheit zurücktragen lassen. Die Gegenwart bestimmt aber vor allem das Geld. So beklagte Manfred Gramse gestern, dass die Stadt dem Verein eine Finanzierungslücke von 6000 Euro angekündigt habe.

Quelle: RP
 
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