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Moers
Bald arbeitslos oder neue Festival-Chefs?

Moers. Hannes Koch und Benjamin Schaschek, denen gekündigt werden soll, wollen jetzt die Leitung des Moers-Festivals. Von Jürgen Stock

Die Auseinandersetzung um die neue künstlerisches Leitung des Moers-Festivals wird immer bizarrer. Nachdem der Aufsichtsrat der Kultur GmbH mit sieben gegen fünf Stimmen Geschäftsführer Dirk Hohensträter anwies, die von ihm eingestellten "Sailing Conductors", Hannes Koch und Benjamin Schaschek, wieder zu entlassen, haben die beiden jetzt selbst ihren Hut in den Ring geworfen Sie wollen die Leitung des Moers-Festivals übernehmen. Gleichzeitig hat dazu noch ein weiterer Kandidat eine Initiativbewerbung eingereicht: Peter Baumgärtner. Der 58-Jährige wurde unter anderem bekannt als Organisator der Hildener Jazztage und des Ratinger Festivals, "Voices".

Ernsthafte Chancen dürften die drei wohl kaum haben; Der Aufsichtsrat hatte Hohensträter aufgegeben, weiter mit dem gebürtigen Moerser Tim Isfort zu verhandeln. Der hatte die Übernahme der künstlerischen Leitung des Moers -Festivals unter anderem deshalb abgelehnt, weil Hohensträter bereits Koch und Schaschek als Mitarbeiter eingestellt habe. Dadurch, so Isfort, sei der größte Teil seines Organisationsetats verplant, so dass er das Festival in der gewünschten Qualität nicht liefern könne.

In dieser Woche meldeten sich Vertreter verschiedener Fraktionen zu Wort, die sich deutlich für Isfort als künstlerischen Leiter aussprachen. So betont Dino Maas (FDP):

"Aus Sicht der Moerser FDP-Ratsfraktion bringt Tim Isfort alle Voraussetzungen mit, um das MoersFestival auch in Zukunft auf dem hervorragenden Niveau wie bisher zu halten."

SPD, Grüne und Grafschafter schreiben in einer gemeinsamen Erklärung: "Das Bündnis für Moers unterstützt Tim Isfort in seiner Erwartung, hier in Moers die Rahmenbedingungen bereitgestellt zu bekommen, auf die er notwendigerweise angewiesen ist. Dazu gehört natürlich insbesondere die Möglichkeit, für die organisatorische Unterstützung das dafür geeignete Personal gestellt zu bekommen."

Indirekt stellen sich die Mehrheitsfraktionen damit gegen Hohensträter, der gestern zudem durch ein Gutachten des Moerser Rechtsanwalts Peter Boschheidgen unter Druck geriet. Der Aufsichtsrat hatte die juristische Expertise in Auftrag gegeben, da in dem Gremium strittig war, ob der Geschäftsführer die beiden "Sailing Conductors" zum 1. Oktober habe einstellen dürfen.

Das Gutachten, das unserer Redaktion vorliegt, kommt zu einem eindeutigen Schluss: Hohensträter besaß nicht die Kompetenz, Koch und Schaschek ohne Billigung des Aufsichtsrates einzustellen. Wörtlich heißt es dort: "Die Nichtbeachtung des Zustimmungserfordernisses stellt einen nach Lage der Umstände gravierenden Verstoß gegen die Verpflichtung des Geschäftsführers aus dem Dienstvertrag, vor Abschluss solcher Dienstverträge die Zustimmung des Aufsichtsrates einzuholen." Hohensträter habe lediglich in einer Sitzung angekündigt, er werde Büropersonal einstellen, ohne sich das aber formell absegnen zu lassen. Sollte Hohensträter sich weigern, die Kündigung gegenüber Koch und Schaschek auszusprechen, bedeute das "einen weiteren schweren Dienstvertragsverstoß, der- ggf. nach Abmahnung - eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen kann."

Quelle: RP
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