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Rheurdt
Bauarbeiten an der Kläranlage beginnen

Rheurdt: Bauarbeiten an der Kläranlage beginnen
Dietmar Schitthelm vom Niersverband (links), Karl-Heinz Brandt (Mitte, Lineg) und Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen setzen die Maschine in Gang, die die Rohre miteinander verschweißt. FOTO: Siwe
Rheurdt. Alles im Fluss, melden Niersverband und Lineg. Beide Wasserverbände kooperieren beim Abwasser auf Rheurdter und Neufelder Gebiet. Am Ortseingang von Schaephuysen entstehen zwei Pumpstationen und eine Abwasserdruckleitung. Von Sabine Hannemann

Als positive Maßnahme bezeichneten die Vertreter des Niersverbandes, der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (Lineg) und der Gemeinde Rheurdt das Projekt. Am Ortseingang von Schaephuysen laufen bereits die ersten Aktivitäten zum Bau von zwei Pumpstationen sowie einer Abwasserdruckleitung. Sie sollen das Abwasser von Rheurdt über Schaephuysen zur Lineg-Abwasserpumpstation Vluyn leiten. Von dort aus geht es weiter zur Lineg-Kläranlage Rheinhausen, wo die Abwässer gereinigt werden.

Die Gründe, gemeinsam alles in Fluss zu bekommen, sind plausibel. "Wir sind mit unseren Kläranlagen an der Kapazitätsgrenze", sagte Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen. Die Klärung von Abwässern sei ein von immer neuen Auflagen und schärferen Reinigungsanforderungen bestimmter Vorgang.

Dietmar Schitthelm vom Niersverband erläuterte weitere Details des Kläranlagesystems von Rheurdt und Schaephuysen. Beide Anlage seien seit mittlerweile über 40 Jahren für rund 5600 Einwohner im Dienst und stark sanierungsbedürftig. "Wir mussten etwas unternehmen und haben daher verschiedene Varianten unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten untersucht", so Schittenhelm weiter. In der Summe sei unter wirtschaftlichen Aspekten der Entschluss gefallen, keine neue Kläranlage zu bauen, sondern auf den Kooperationsgedanken zu setzen. "Wir wollen eine Abwasserreinigung auf hohem Niveau den Bürgerinnen und Bürgern kostengünstig anbieten", sagte Schittenhelm, der dabei den Blick auf NRW-Beschlüsse des Umweltministeriums und die EU-Wasserrichtlinie richtete, wonach in der Wasserwirtschaft das Vorsorgeprinzip höchste Priorität hat. Dort heißt es: "Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss." Dass in den nächsten 30 Jahren weitere neue Herausforderungen hinsichtlich der Wasserqualitäten anstehen, bestätigte er. "Wir haben jetzt mehrere Vorteile miteinander in unüblicher Form verknüpft." Zu Beginn des gemeinsamen Projektes habe zunächst die Annäherung von Niersverband und Lineg im Vordergrund gestanden. "Wir haben gute Erfahrungen miteinander gemacht und setzen auf den Mehrwert. Auch wird sich der Kostenschlüssel anders verteilen", sagte Karl-Heinz Brandt, Vorstand Lineg. Erste Erfahrungen brachte bereits zu Jahresbeginn die Kläranlage Tönisberg. Das Projekt steht bald vor dem Abschluss.

Bürgermeister Kleinenkuhnen: "Wir alle profitieren von diesem guten Weg. Bei der Lösungsfindung und der Arbeit der Verbände haben wir als Gemeinde unterstützt." Mit Blick auf die Kosten seien die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde nicht eingeschränkt worden. "Das können wir mit der gewählten Variante gewährleisten." Auf dem Feldweg gegenüber der alten Molkerei lagern bereits die Leitungen, die der Niersverband auf den Kläranlagen Schaephuysen und Rheurdt beim Bau von zwei Pumpstationen sowie einer Abwasserdruckleitung benötigt. Die Bauzeit endet voraussichtlich Ende 2016. Der Neubau von zwei Abwasserdruckleitungen beläuft sich mit 22 Revisionsschächten auf insgesamt 6600 Metern Gesamtlänge, 3900 Meter in Rheurdt, 2700 Meter in Schaephuysen. Die Kosten liegen bei 4,2 Millionen Euro. Nach der Inbetriebnahme sollen die Kläranlagen abgeschaltet und Zug um Zug zurückgebaut werden.

Quelle: RP
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