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Moers
Begegnungsstätte will Seniorennetzwerk aufbauen

Moers. Das Haus am Schwanenring möchte Menschen helfen, ihre eigenen Wünsche und Ideen umzusetzen. Treffen am 15. April. Von Josef Pogorzalek

Seit 22 Jahren gibt es das Haus am Schwanenring in Hülsdonk bereits. 400 bis 500 Männer und Frauen kommen regelmäßig in die Begegnungsstätte - zum Kartenspielen, Yoga, Autogenem Training, um am Literatur- oder Gesprächskreis teilzunehmen. Künftig soll das Haus noch bekannter im Stadtteil werden. Das haben sich die evangelische Gemeinde als Träger der Einrichtung sowie deren Leiter Hinrich Kley-Olsen vorgenommen. "Wir möchten uns in die Nachbarschaft öffnen und die Begegnungsstätte zu einem Knotenpunkt in einem Netzwerk machen", schildert Kley-Olsen das Ziel.

Statt den Menschen lediglich "Angebote" zu unterbreiten, möchte die Begegnungsstätte Menschen dazu animieren, sich zusammenzuschließen und unter eigener Regie in Gruppen ihren gemeinsamen Interessen nachzugehen. Vorbild ist das Nachbarschaftsnetzwerk 55plus, das sich vor einigen Jahren in Meerbeck gebildet hat. Hintergrund ist das sich wandelnde Selbstverständnis vieler Senioren. "Die Leute wollen nicht nur konsumieren, sondern selbst etwas machen und beteiligt werden", sagt Hinrich Kley-Olsen.

Bei einem "Nachbarschaftstag 55+" am Freitag, 15. April, sind Interessenten dazu eingeladen, ihre Wünsche, Ideen und Vorstellungen von Freizeitbeschäftigungen und einem Älterwerden im Stadtteil zu äußern - und möglichst schon den Kontakt mit ähnlich denkenden Leuten anzubahnen. Wichtig sei auch, so Kley-Olsen, dass sich jemand finde, der die Verantwortung für die Selbstorganisation einer solchen Gruppe Gleichgesinnter übernimmt.

Bei dem neuen Konzept gehe es nicht nur um Freizeitgestaltung, sagt Kley-Olsen. Die Bildung eines Netzwerks könne dazu beitragen sozialen Problemen, wie der Einsamkeit im Alter oder der Altersarmut zu begegnen. Das Haus am Schwanenring soll mit der "Öffnung" nicht zuletzt auch den Anforderungen der Stadt an eine moderne Begegnungsstätte gerecht werden. Man erhalte Zuschüsse von der Stadt, sagt Kley-Olsen. In einer seitens der Stadtverwaltung vorgenommenen Bewertung habe das Haus jüngst 100 von 100 möglichen Punkten erhalten. Doch auf diesem Erfolg kann und will man sich nicht ausruhen. Auch Pfarrer Wolfgang Döring sieht in dem neugesteckten Ziel eine "große Chance". Wobei er gestern betonte, dass der Treffpunkt Haus am Schwanenring, wiewohl Teil des evangelischen Gemeindezentrums, allen Menschen offenstehe.

Einen Teil seiner "kirchlichen" Funktion gibt das Haus im Mai ab: Der Gebetsraum, in dem bislang auch sonntägliche Gottesdienste stattfanden, wird im Mai, mit der Wiedereröffnung der sanierten Stadtkirche, aufgegeben. Dasselbe gelte für den Gebetsraum im Heinz-Kremers-Haus in Vinn. Gottesdienste sollen künftig nur noch in der Stadtkirche stattfinden.

Quelle: RP
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