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Moers
Besuch beim Pfarrer auf der Feuerwache

Moers. Eine Delegation der presbyterianischen Kirche aus Ruanda besuchte den Kirchenkreis Moers.

Was hat die Feuerwache am Moerser Jostenhof mit der evangelischen Kirche zu tun? Antwort auf diese Frage bekamen sechs Besucher der presbyterianischen Kirche aus Ruanda, die vor kurzem im Rahmen ihrer Partnerschaft zum Kirchenkreis Moers am Niederrhein zu Gast waren.

Am zwölften Tag ihres Aufenthalts, der insgesamt drei Wochen dauert, erfuhren sie, dass die Feuerwache der Stadt Moers Teil des Arbeitsplatzes von Pfarrer Bernhard Ludwig ist, dem Leiter der Notfallseelsorge und Einsatznachsorge beim Kirchenkreis Moers und im Landkreis Wesel.

Auch an diesem Ort kümmert sich der Geistliche, der auch ausgebildeter Feuerwehrmann ist, um die 125 Rettungskräfte, die bei ihren Einsätzen täglich Belastendes erleben, bietet ihnen beispielsweise spezielle Einsatznachbesprechungen und Auszeiten im Kloster zur seelischen Entlastung an.

"Die Einsatznachsorge wurde als Fachdienst der Notfallseelsorge im Jahr 2006 neu aufgebaut", berichtete Ludwig den Gästen. Der Kreis Wesel kümmere sich um die Finanzierung. "Es ist gut, dass es das gibt", erläuterte Christoph Rudolph, der leitende Branddirektor der Wache, den Besuchern aus dem "Land der tausend Hügel".

Zweiter Schwerpunkt dieses besonderen Pastoren-Dienstes sei die Arbeit mit dem Team der Notfallseelsorgenden, berichtete Ludwig. Diese werden von Polizei- oder Rettungsleitstelle bei schlimmen Ereignissen, wie Unfällen mit Toten und Schwerstverletzten, plötzlichem Kindstod oder Suizid, beauftragt, für die Angehörigen, Augenzeugen und überlebenden Unfallopfer seelische erste Hilfe zu leisten. Juvenal Rwamunyana, Superintendent der Eglise Presbyterienne au Ruanda: "Ich bin sehr beeindruckt von dieser Arbeit, denn ich glaube, dass die Kirche die Aufgabe hat, mit ihrer Mission nach Außen zu den Menschen zu gehen."

Die Partnerschaft zwischen Kirchenkreis Moers und Eglise Presbyterienne au Ruanda besteht seit 31 Jahren. Getragen und gepflegt wird die Partnerschaft durch die Arbeit der Partnerschaftsausschüsse der beiden Kirchenkreise. Um das Leben der Partner, ihre Kultur, ihren Alltag und ihr kirchliches Leben kennenzulernen, besuchen sich Ruander und Moerser gegenseitig regelmäßig. Christian Berges, Vorsitzender des Ruanda-Auschusses, Kirchenkreis Moers: "Die langjährigen Bande haben vor allem dank der persönlichen Beziehungen auch in den schwierigen Zeiten während und nach dem Genozid an den Tutsi von 1994 gehalten und werden auch heute mit jeder Reise in ein wieder friedliches, sicheres und aufstrebendes Ruanda weitergeknüpft."

Quelle: RP
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