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Kreis Wesel
"Bewegen hilft": Frühsport machen für die gute Sache

Kreis Wesel. Eine Stunde ist lang, und Folterknechte können nett sein - zwei Erkenntnisse einer Sporteinheit für den guten Zweck. Von Barbara Grofe

Einen Folterknecht stellt man sich anders vor: unwitziger, unfreundlicher, unmotivierender. Joshua Hahne (26) ist kein bisschen "un", sondern das Gegenteil: witzig und freundlich und motivierend. Er begleitet mich beim Probetraining im Aktiv-Sportpark Moers, das ich für die Charityaktion "Bewegen hilft" mache.

Guido Lohmann, Chef der Volksbank Niederrhein und Initiator der Aktion, bei der Geld für sechs regional arbeitende Hilfsorganisationen gesammelt wird, fängt mich an der Tür ab, geht dann aber direkt ins Obergeschoss. Er muss Gewichte stemmen - schließlich gibt es pro Kilo Geld von Sponsoren. Denn so funktioniert "Bewegen hilft": Lohmann hat dazu aufgerufen, ihn und sein sportliches Engagement während eines Monats zu unterstützen. Außerdem hat er Menschen eingeladen, mit ihm Sport zu treiben in der Hoffnung, dass auch diese Sponsoren aktivieren können. Ich - sonst übersichtlich sportlich aktiv - bin einer dieser Menschen. Und Joshua ist doch ein Folterknecht.

Zum Aufwärmen schickt er mich aufs Laufband. Nach fünf Minuten kapituliere ich - nicht, weil ich nicht mehr kann, sondern weil ich Laufbandlaufen furchtbar öde finde. Joshua bugsiert mich zu einer Rudermaschine, die ich deutlich spannender finde. "Wir machen quasi Bauch-Beine-Po", erklärt Joshua, der nicht nur Personal Trainer im Aktiv-Sportpark ist, sondern auch noch eine Personal-Trainer-Agentur besitzt. Und Joshua nimmt seine BOP-Ansage sehr genau: Gefühlte 44 Übungen (in Wahrheit sind es etwa zehn) und gefühlte tausend Wiederholungen jeder Übung lässt er mich machen (in Wahrheit sind es drei mal 15). Ich trainiere die Innen- und Außenseite der Oberschenkel, Po, Rücken, Bi- und Trizeps und den Bauch.

Zu Beginn unserer kleinen BOP-Stunde denke ich noch, dass alles gar nicht so schwierig ist, zum Ende weiß ich es besser. Es IST schwierig. Aber die Tatsache, dass Joshua neben dem Gerät steht, permanent die Haltung kontrolliert, mitzählt und mich gut unterhält, hilft enorm. Genau diese Eins-zu-Eins-Betreuung wollen immer mehr Menschen, sagt Joshua. Weil sie quasi den inneren Schweinehund überlistet - "die Gäste müssen ja mitmachen, wenn ich daneben stehe", sagt Joshua. Morgen, das prophezeit mir der 26-Jährige zum Ende unserer Runde, werde ich ziemlichen Muskelkater haben. Er behält recht.

Auch die Senatoren der Moerser Karnevalsgesellschaft Humorica werden die Aktion unterstützen. Sie treffen sich am Donnerstag, 25. September, 18 Uhr, am Standquartier "Engeln" zu einer After-Work-Fahrrad-Tour. Jeder Teilnehmer zahlt ein Startgeld in Höhe von zehn Euro, Spenden sind außerdem gern genommen. Neben den Senatoren radelt auch der Vorstand mit. Auch Freunde und Bekannte sind eingeladen. Unter www.bewegenhilft.de sind alle Informationen rund um die Aktion zusammengestellt.

Spenden: Konto 117 497 011 BLZ 354 611 06 IBAN DE 22 3546 1106 0117 4970 11 BIC GENODED1NRH

Quelle: RP
 
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