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Unsere Woche
Bewerber um schweres Erbe

Moers. Es war klar, dass es für die SPD schwer sein würde, Leute zu finden, die in die Fußstapfen der politischen "Schwergewichte" Siegmund Ehrmann und Hans-Ulrich-Krüger treten können. Dass sich für den Wahlkreis Wesel II/Krefeld II, also die Ehrmann-Nachfolge, gleich fünf Bewerber und Bewerberinnen gemeldet haben, mag vor diesem Hintergrund schon als Erfolg gesehen werden. Die Fünf trauen sich was: Schließlich ist nicht nur die Gefahr groß, parteiintern gegen die Mitbewerber unterzugehen, sondern bei der Bundestagswahl im Herbst gegen die CDU-Kandidatin Kerstin Radomski eine historische Niederlage einzustecken.

Was auffällt, ist, dass alle Bewerber um das Erbe Ehrmanns aus dem nördlicheren Teil des Wahlkreises kommen: Andreas Albrecht aus Kapellen, Atilla Cikoglu und Silvia Rosendahl aus Rheinkamp, Sabine Groß aus dem SPD-Ortsverein Moers und Elke Buttkereit aus Neukirchen-Vluyn. Hatte kein Sozialdemokrat aus Krefeld den Mumm, es mit der bundestagserfahrenen, auch in Moers und Neukirchen-Vluyn präsenten Radomski aufzunehmen? Was auch auffällt, ist, dass alle Bewerber vergleichsweise jung und einige bisher eher wenig auf der politischen Bühne aufgefallen sind. Man kann ihre Bewerbung als Zeichen eines gewollten Generationswechsels sehen, und sei es auf Kosten des direkten Sieges im Wahlkreis.

Wer wohl parteiintern nominiert wird? Die größten Chancen hat vermutlich Silvia Rosendahl, eine versierte Lokalpolitikerin, Vorsitzende der SPD Rheinkamp, Ratsmitglied und Referatsleiterin in der Staatskanzlei NRW.

In Neukirchen-Vluyn würde aber sicherlich Elke Buttkereit viele Stimmen bekommen. Sie ist erst seit ein paar Jahren Mitglied der Partei, hat sich aber schnell zum örtlichen SPD-Mädchen für alles gemausert: 2013 Vorsitzende des Ortsvereins, seit 2014 gleichzeitig Fraktionschefin. Die Bewerbung zur Bundestagskandidatin wird ihr helfen, sich weiter politisch zu profilieren. Und selbst wenn aus der Ehrmann-Nachfolge nichts wird: Die nächsten Bürgermeister-Wahlen kommen bestimmt.

Josef.Pogorzalek@Rheinische-Post.de

Quelle: RP
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