| 00.00 Uhr

Moers
Blattgold fürs Adler-Krönchen

Moers: Blattgold fürs Adler-Krönchen
Udo Pieper möchte dem Adler eine neue Krone aufsetzen. Der Vorsitzende der Grafschaft Moers Geschichts-Stiftung sucht jetzt Sponsoren, die sein Vorhaben unterstützen wollen. FOTO: Christoph Reichwein
Moers. Udo Pieper, Vorsitzender der Grafschaft Moers Geschichts-Stiftung, möchte dem Adler des Preußen-Denkmals auf dem Altmarkt wieder eine glänzende Krone aufsetzen lassen. Von Anja Katzke

Da fehlt der Glanz - findet Udo Pieper, Vorsitzender der Grafschaft Moers Geschichts-Stiftung. Die Stadt hat das Preußen-Denkmal auf dem Altmarkt im Frühjahr zwar restaurieren lassen. Das Krönchen, das der Adler trägt, blieb Pieper aber viel zu grau. Er wünscht sich, dass die Krone wie früher blattvergoldet wird, und sucht Mitstreiter, die der Grafschaft Moers Geschichts-Stiftung dabei helfen, die Kosten von etwa 3000 Euro zu stemmen. Die von Pieper im vergangenen Jahr gegründete neue Stiftung hat sich unter anderem die Förderung von Aktivitäten zum Erhalt und zur Pflege der öffentlichen Denkmäler in der ehemaligen Grafschaft Moers auf die Fahne geschrieben.

Der Altmarkt ist der älteste Platz in Moers. "Schon in frühen Grundrissen von 1590 ist der Marktplatz zu finden. Er war bis heute der Mittelpunkt der Stadt, auf dem sich das Leben abspielte", sagt Pieper.

Das Preußen-Denkmal wurde zur Erinnerung an den Königsbesuch im Jahr 1852 von den Moerser Bürgern gestiftet. Es wurde erst vier Jahre nach dem Königsbesuch auf dem Altmarkt aufgestellt. Schon damals zierte eine goldene Krone den Adler. Laut Pieper kam die erste nach dem Zweiten Weltkrieg abhanden. Die Krone wurde erneuert. Sie sei 1998 aber nach einem Erdbeben herunter gefallen und verschwunden. Der Bildhauer Norbert Tummes schuf damals auf Bitten der Moerser Stadtführer eine Krone. "Der Verein Repelen aktiv besorgte damals einen Hubwagen, um an den Kopf des Adlers zu gelangen. Und so wurde dem Adler als steinernes Symbol des Königreichs Preußen am 16. Mai 2002 die Krone wieder aufgesetzt", erinnert sich Udo Pieper.

Die Restaurierung des Denkmals, die in diesem Frühling vorgenommen wurde, war nötig geworden. Risse und Graffiti mussten entfernt werden. Die meisten der Denkmäler in Moers sind in die Jahre gekommen: Zeitlicher Verfall, Kratzer auf Gedenktafeln, Graffiti und Schmierereien, kleinere und größere Schäden sind vielen Moersern ein großes Ärgernis. Die Stadt hatte 2015 ihre Denkmäler auf Schäden untersuchen lassen. Ergebnis war ein 300-seitiger Katalog mit Prioritätenliste und Kostenschätzung. Udo Pieper versucht, mit Aktionen wie dieser, die Grafschaft Moers Geschichts-Stiftung im Bewusstsein der Moerser zu verankern. Seine Idee: "Die Bürger haben das Denkmal gestiftet, nun soll auch die Krone aus der Bevölkerung heraus neuen Glanz erhalten." 2015 war Pieper vollauf damit beschäftigt, die Stiftung zum Laufen zu bringen. Er führte viele Gespräche, entwickelte den Internetauftritt der Stiftung und eine Info-Broschüre. Die Geschichts-Stiftung unterstützte außerdem zwei Veröffentlichungen, die im Beziehung zur Grafenstadt stehen: Jan Lohmann erinnert sich in "Ferne Jahre" an seine Kindheit und Jugend von 1933 bis 1955 in Moers. Stadtführerin Anne-Rose Fusenig veröffentlichte einen kleinen Denkmalführer. Die nächste anstehende Veröffentlichung schreibt Udo Pieper mit Student Henning Rahn über Neustadt und Neumarkt.

Spenden gehen auf das Konto der Stiftung bei der Sparkasse am Niederrhein, IBAN: DE14 3545 0000 1560 0010 57

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Moers: Blattgold fürs Adler-Krönchen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.