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Moers
"Blockflöte des Todes": Schräger Humor zur Gitarre

Moers. Zoten, Kalauer und schwarzer Humor mit musikalischer Verpackung: Matthias Schrei gastierte im Bollwerk 107. Von Jan Caspers

Die "Blockflöte des Todes" war am Freitagabend in der Kneipe im "Bollwerk 107" zu Gast. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der Berliner Matthias Schrei, der seit 2007 unter seinem Künstlernamen Musik macht. Der Sänger und Gitarrist hat unter anderem die Alben "Wenn Blicke flöten könnten", "Ich habe heute Ananas gegessen" und "Fifty Shades of Earl Grey" veröffentlicht. Gemeinsam mit Diane Weigmann, früher Sängerin und Gitarristin der Band "Lemonbabies" war, nahm Schrei 2010 mit dem Lied "Alles wird teurer" für Sachsen am "Bundesvision Song Contest" teil.

Das Konzert im "Bollwerk 107" eröffnete die "Blockflöte des Todes" mit der Feststellung: "Ich habe als Musiker alles erreicht, was geht, und habe so ein Konzert wie hier gar nicht nötig!". Der weitere Ablauf des Konzertes wurde überaus demokratisch gestaltet. Die Konzertbesucher konnten sich Lieder wünschen, die die "Blockflöte des Todes" alphabetisch geordnet auf eine Liste geschrieben hatte. Neben den Songs "Fat Boy Schlimm", "Mädchenhaar", "Mein Blog" oder "Ich habe nie die FDP gewählt" war auch der Titel "Kein Liebeslied für Tina" zu hören. Das Lied erzählt, wie sich ein verzweifelter Teddybär aus Eifersucht auf die erste Freundin seines Besitzers die "Plüsch-Adern" aufschneidet.

Hier wie bei zahlreichen Texten der "Blockflöte" standen Wortwitz und die Freude an der Provokation im Vordergrund. So enthielt das Lied "Ilka Ida", das von einem kleinen Mädchen handelt, dessen Name an "Al Kaida" erinnert, die Zeile "Du sagst nicht Hatschi, du sagst Dschihad". Mit zunehmender Dauer verloren die zahlreichen verbalen Tiefschläge jedoch an Kraft. Wer sich für Textpassagen wie "Das Einzige, wofür du gut bist, steckt in deinem Namen, Babette!" oder "Ich bin ganz müde, denn / ich hab Chlamydien" erwärmen kann, wurde allerdings reichlich beschert.

Quelle: RP
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