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Moers
Bloggerin zu Gast beim Moerser Frauentag

Moers: Bloggerin zu Gast beim Moerser Frauentag
Die Initiatorin der Kampagne "#Aufschrei", Anne Wizorek, spricht bei der Internetkonferenz Re:publica am 8.5.2013 in Berlin (Archvibild). FOTO: Stephanie Pilick/dpa
Moers. Mit einem brandaktuellen Thema gingen beim Frauenempfang die Teilnehmerinnen in eine kritische Bestandsaufnahme. Der Kammermusiksaal vom Martinstift erwies sich erneut als guter Treffpunkt im Rahmen des Internationalen Frauentages.

Susanne Hein, Fachbereich innere Organisation der Stadt, erinnerte in ihrer Begrüßung daran, dass 1948 das Grundgesetz die Gleichstellung von Mann und Frau verankert hat. Maßgeblich verantwortlich waren neben 61 Männern vier Frauen, die so genannten Mütter des Grundgesetzes. Die Umsetzung im Alltag dauere jedoch bis heute. In Moers erinnere die Elisabeth-Selbert-Straße an die Arbeit dieser Frau.

Anne Wizorek, Bloggerin und Buchautorin, ist eine engagierte Vertreterin des modernen Feminismus. Für Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Folkerts eine gelungene Fügung. "Ich habe Anne Wizorek lange vor der großen me-too-Debatte gefragt, ob sie zu unserem Frauenempfang kommt."

Unter dem Titel "Weil ein #Aufschrei nicht reicht" ist Wizorek mit ihrem Buch Talkgast im Fernsehen. Sie selbst gibt sich zum Thema Alltagssexismus als Protagonistin eines modernen Feminismus, ist netzaktiv, international und auch in Moers erfrischend direkt. Ausgezeichnet wurde sie bereits 2013 mit dem Grimme Online Award. Anne Wizorek las aus ihrem Buch und stellte sich im Anschluss Fragen. "Sexismus ist ein strukturelles Problem", so ihr Fazit.

Die Geschlechterrollen bedienten weiterhin Klischees. Heute sei der Feminismus das geeignete Werkzeug, um Empathie zu entwickeln. Sexualität und Intimität blieben weiterhin Tabuthemen zwischen Mann und Frau. Die alte Aufforderung an Frauen "du musst dich wehren" hält sie für verkehrt. Ziel künftiger Generationen müsse ein selbstbestimmtes Verhalten sein.

Feminismus bedeute für sie Fragen, Fortschritt und Freiheit. "Ich bin optimistisch. Ein gesellschaftlicher Wandel ist möglich, weil er nötig ist", so die Bloggerin. Von Frauen aus dem Publikum kam die Anregung, an Schulen schon früh am dem Rollenverständnis mit Jungen und Mädchen zu arbeiten. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Brühlerin Jutta Wurm und Josephine Bode.

(sabi)
 
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