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Moers
Abschiedsvorstellung im Bollwerk 107

Bollwerk 107: Abschiedsvorstellung
Was macht das Notruf-Telefon auf der Lastenbox? Im Bollwerk laufen derzei die Umbauarbeiten auf Hochtouren. Danach solch das Rad als fahrbare Mulktimedia-Ausstellung durch Moers rollen. r FOTO: Klaus Dieke
Moers. Die "Stadtteiltaucher" zeigen noch einmal ihre gehobenen Schätze. Für Bollwerker Yala Pierenkemper und Christian Kaindl ist es das letzte Projekt. Sie wechseln zum Moers-Festival und nach Monheim. Von Jürgen Stock

Die Moerser "Stadtteiltaucher" bereiten sich auf ihren letzten Tauchgang vor. Im Mittelpunkt des vor mehr als zwei Jahren gestarteten künstlerischen Projekts steht ein schweres holländisches Lasten-Dreirad, das derzeit im Jugendkulturzentrum Bollwerk zu einem "Stadtteiltauchen-Mobil" umgebaut wird. Am 9. Mai soll es vom Jugendzentrum Henri an eine Radtour entlang der Stationen anführen, an denen die jugendlichen Taucher während der Dauer des Projekts Station machten. Die Tour endet dann am Abend bei einem Lagerfeuer mit Musik am Bollwerk 107 in Moers.

Das wäre dann auch die letzte Station des vom Düsseldorfer Familienministeriums mit 145 000 Euro geförderten Projekts, das Kindern und Jugendlichen auf unterschiedliche Weise ihren Stadtteil auf künstlerische Weise näher bringen soll. Die Abschiedstour soll noch einmal eine Art Bilanz sein. Das war so geplant. Im ursprünglichen Konzept nicht vorgesehen war indes, dass für zwei der führenden Köpfe im Bollwerk die Tauchtour auch ein persönlicher Abschied sein würde. Die Düsseldorferin Yala Pierenkemper, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Bollwerk zuständig war, wechselt als Betreuerin für den "Improviser in Residence" zum Moers-Festival-Team und arbeitet derzeit ihre Nachfolgerin ein: Tassia Corman stammt ebenfalls aus Düsseldorf. Die studierte Sängerin und Gesangspädagogin hat allerdings in den letzten Jahren in Amsterdam gelebt, wo sie auch eine eigene Band hatte, die man demnächst auch in Moers wird hören können. "Yala hat große Fußstapfen hinterlassen, und ich werde mich bemühen, sie auszufüllen", sagt sie. Ihre Aufgabe wird nicht weniger anspruchsvoll dadurch, dass sie auch das Comedy-Arts-Festival mitorganisieren soll.

Projektleiter Christian Kaindl, Bollwerk-Sprecherin Yala Pierenkemper und ihre Nachfolgerin Tossia Corman (von links). FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

Im Bollwerk wird ihre erste Aufgabe darin bestehen, im kommenden Monat den Nachfolger für Christian Kaindl, den Kölner Gregor Polzin, vorzustellen. Kaindl wechselt nach Monheim, wo er das Jugendzentrum "Sojus 7" leiten wird. Dem Münsteraner Kaindl fällt der Wechsel wohl noch ein Stück schwerer als Pierenkemper, da er nun Moers Lebewohl sagen muss. "Die Moerser sind offen und kommunikativ. Ich werde all die Menschen vermissen, mit denen wir hier so tolle Projekte gemacht haben." Ganz besonders ist ihm dabei die "Wolke-107" Party ans Herz gewachsen - eine Disco, die Behinderte gemeinsam mit Nichtbehinderten organisieren und feiern. Während er schon flussaufwärts am Rhein seine Ideen im wohlhabenden Monheim entwickeln will, sollen seine "Stadtteiltaucher" in Moers aber noch ein letztes Mal zu Hochform auflaufen. Bereits ab dem 24. April soll das auffällige "Stadtteiltauchen-Mobil" an den Stationen des Projekts Station machen. Im Innern des Aufbaus verbergen sich Fotos, Broschüren, Lautsprecher und sogar Tablets. Sämtliche Produktionen, vom Comic bis zum Mini-Spielfilm, die Dutzende Moerser Jugendliche in den vergangenen Jahren hergestellt haben, sollen hier noch einmal gezeigt werden.

www.stadtteiltauchen-moers.de

Quelle: RP
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