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Moers
Brandstifter zündet Autos in Repelen an

Brandstifter zündet Autos an
Die Plastikteile an daneben stehenden Autos schmorten. Außenspiegel, Blinker, Türknauf sind zerstört. FOTO: Foto Kilian Tress
Moers. Für Gerhard Heusken war es ein Schock. Als er nachts durch eine Explosion geweckt wurde, eilte er zum Fenster und blickte in eine etwa fünf Meter hohe Stichflamme. "Da brannten zwei Autos direkt vor meinem Haus", sagt Heusken. Von Kilian Treß

Insgesamt brannten in Repelen in der Nacht auf Donnerstag an drei verschiedenen, aber in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Standorten, acht Autos. Was Heusken sah, war also nur ein kleiner Teil des Feuerinfernos, das sich an der Eichendorffstraße und der Stormstraße abgespielt haben muss. Fünf Fahrzeuge brannten völlig aus, weitere drei wurden teils stark beschädigt. "Vom VW Golf bis zum Renault Twingo", sei alles dabei gewesen, sagte gestern eine Polizeisprecherin.

"Wir hatten Angst, dass das Feuer über die Hecke auch auf unser Haus übergreift", sagt Gerhard Heusken. Dutzende seiner Nachbarn wurden in der Nacht aus dem Schlaf gerissen. Mehrere Anwohner berichteten, von lauten Knallgeräuschen aufgewacht zu sein. "Erst gab es einen dumpfen, lauten Knall, dann viele kleine Explosionen. Die klangen wie Schüsse", sagt Nachbarin Theresa Gersmann. Dabei könnte es sich um platzende Reifen oder Explosionen der Benzintanks gehandelt haben. "Dann sah ich die lichterloh brennenden Autos." Glücklicherweise wurde niemand verletzt, der Sachschaden ist dennoch enorm.

Das Auto von Tanja Zettl und ihrem Lebensgefährten Asti ist durch Flammen beschädigt worden. FOTO: crei

Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei. Sie hat die ausgebrannten Fahrzeuge sichergestellt und von einem Abschlepp-Unternehmen abtransportieren lassen. Sachverständige werden die Wracks in den kommenden Tagen unter anderem auf Brandbeschleuniger untersuchen. Schon gestern schloss die Polizei aus, dass es sich bei den vielen Bränden um einen Zufall gehandelt haben könnte. Aufgrund der verschiedenen Brandorte schließen die Ermittler auf mindestens einen Brandstifter, der die Fahrzeuge angesteckt hat.

Die Feuerwehr wurde um 2.41 alarmiert. Sie löschte zunächst zwei Fahrzeuge an der Eichendorffstraße und einen weiteren Wagen auf der Talstraße. Erst im Verlauf kam die Mitteilung, dass auf der Stormstraße weitere Fahrzeuge Feuer gefangen hätten. Daraufhin übernahm ein weiteres hinzugerufenes Löschfahrzeug der hauptamtlichen Feuerwehr die Einsatzstelle. Insgesamt waren neun Kräfte im Einsatz.

Am Morgen danach zeugten verschmorte Kleinteile und literweise Löschschaum vom nächtlichen Feuerwehr-Einsatz. Auch ein leichter Feuergeruch lag am Vormittag noch in der Luft. Ein Betroffener ist der 22-jährige Jannis Wölfling. Vom Feuerwehreinsatz und lauten Megafon-Durchsagen der Polizei hat er nach eigener Aussage nichts mitbekommen. Sein Renault Clio zählt zu den fünf Fahrzeugen, die ausbrannten. "Ich wollte es nicht wahrhaben. Als mich mein Vater heute Morgen geweckt hat und vom zerstörten Auto sprach, glaubte ich ihm nicht. Ich dachte nur: Lass mich doch einfach schlafen."

Eine Stunde später stand Wölfling ratlos vor dem leeren Parkplatz, wo er am Abend vorher seine "Kröte", wie er sein Auto nannte, abgestellt hatte. Er trauert um sein Fahrzeug, sowie die darin befindlichen Wertgegenstände.

Quelle: RP
 
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