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Boxermischling aus Moers
Brian - lebenslänglich im Tierheim

Boxermischling aus Moers: Brian - lebenslänglich im Tierheim
Von seinen Bezugspersonen, Florian Wünsche und Nicola Kreuzmann, lässt sich Brian gerne streicheln. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Der Maulkorb schützt nicht nur die Menschen vor dem Boxermischling, sondern auch ihn vor den Menschen. Denn der Boxermischling mag keine Fremden und ist deshalb Dauergast im Tierheim. Von Julia Schüßler

Von seiner pinkfarbenen Decke im Zwinger hat Brian alles im Blick: die Hundeschule, seine Pfleger und den Großspitz Atreju gegenüber. "Das ist für ihn wie Fernsehen", sagt Nicola Kreuzmann vom Tierheims. Doch wie dem Menschen manche Dinge im Fernsehen nicht gefallen, mag Brian auch etwas nicht: laute Geräusche und ihm unbekannte Personen. Aus diesem Grund findet der Boxermischling kein neues Zuhause. "Bei ihm entscheidet die Sympathie", erklärt Kreuzmann. Und sympathisch findet Brian nicht viele Menschen. "Wir haben hier nur drei Personen, die mit ihm umgehen können." Das seien der Hausmeister, Florian Wünsch, die ehrenamtliche Helferin, Lizanne Herbst, und Kreuzmann selbst. Wenn sie alle drei zusammen da seien, sei das für Brian wie Weihnachten. "Für seine Menschen, die er gern hat, tut er alles." Doch der Weg dorthin sei nicht einfach.

Über Brians Vergangenheit weiß das Tierheim nicht viel. "Er kam 2011 das erste Mal von einem Berliner Tierheim zu uns. Was vorher passiert ist, können wir nicht sagen." Seitdem wurde der Dauergast schon einmal vermittelt. "Leider kam er aber wieder zurück." Die gleiche Familie habe es nochmal probiert, es sei aber einfach nicht möglich gewesen. Der Boxermischling habe zu der Zeit Probleme mit der Prostata gehabt, was ihm Schmerzen bereitete. "Er hat dann seine ehemalige Besitzerin gebissen, weil er die Schmerzen auf sie projizierte." Mittlerweile sei die Ursache der Schmerzen behoben. Aber Brian hat immer noch Probleme mit Leuten, die ihn an der Leine führen. "Das kann auch eine Bezugsperson sein."

Da der Hund verlernt habe zu zeigen, dass ihm etwas nicht gefällt, sei es um so schwieriger mit ihm umzugehen, sagt Nicola Kreuzmann. "Man muss ihn lesen können." Inzwischen zeige der neunjährige Boxermischling zwar, wenn ihm etwas missfällt, doch das könne sich auch schnell wieder ändern. "Dass wir ihn bis dahin trainiert haben, heißt nicht, dass es auch bei anderen klappt." Deshalb brauche Brian vor allem jemanden, der schon erfahren im Umgang mit Hunden ist. "Wir lassen nur Personen zu ihm, die passen könnten. Wenn eine Frau mit zwei Kindern käme, bräuchten wir sie gar nicht erst zu ihm zu bringen. Das wäre nur unnötiger Stress für den Hund", weiß die 37-Jährige.

Obwohl es Brian sehr gut im Tierheim gehe, sei ein Zuhause doch wünschenswert. "Das sollte immer das Endziel sein, wir sind nur eine vorübergehende Station." Allerdings muss das Zuhause auch zum Charakter des Hundes passen. "Ein Hund muss nicht unbedingt auf die Couch oder in eine Familie mit Kindern." Eine Bleibe solle vor allem genug Ansprache, viel Auslauf, ausreichend Beschäftigung, eine tierärztliche Versorgung und viel Liebe bieten. "Das hat er eigentlich auch hier." Es wäre somit auch nicht die schlechteste Option für Brian, seinen Lebensabend im Tierheim zu verbringen. "Wenn er 15 wird, ist das schon alt." Zu viele Dauergäste wie Brian kann sich das Tierheim aber nicht erlauben. "Das könnten wir finanziell leider nicht tragen."

Quelle: RP
 
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