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Moers
Bündnis sammelt Ideen für die Stadt: "Moers ist ein besonderer Boden"

Moers. 20 Moerser trafen sich in der Ideenwerkstatt "Wir für uns", um darüber zu sprechen, wie sie ihre Kontakte und Erfahrungen bündeln können. Erste Projekte sind angedacht. Von Peter Gottschlich

Hartmut Hohmann arbeitete bis zum September vergangenen Jahres beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. Das Wort Ruhestand nimmt der 66-jährige Moerser genauso wenig in den Mund wie das Wort Rente. "In unserer Generation steckt jede Menge Potenzial", stellt der Diplom-Soziologe und Geschäftsführer der Moerser Gesellschaft für Sozialarbeit fest. So hatte er die Idee, "unruhige und politisch interessierte Bürger", wie er die Mitglieder seiner Generation nennt, zu einer Ideenwerkstatt "Wir für uns" einzuladen.

Er schickte persönliche Einladungen an 34 Moerser, die entweder noch im Berufsleben stehen oder gerade daraus ausgeschieden sind. 20 davon, die meisten davon um die 60 Jahre alt, kamen am Samstagvormittag in die SCI-Volksschule am Hanns-Albeck-Platz, um darüber zu sprechen, wie sie ihre Kontakte und Erfahrungen bündeln können, um für sich und andere etwas zu bewegen. "Wir sind Menschen der 68er-Generation, die von sich aus aktiv werden", erläuterte der Einladende. Moderator Klaus Bremen ergänzte: "Moers ist ein besonderer Boden." In der Grafenstadt hätten sich Bürger schon in die Gesellschaft eingebracht, als dies in den Ruhrgebietsstädten noch nicht der Fall gewesen sei, berichtete der Inhaber des Moderationsunternehmens Tilworks aus Essen weiter. Mit Kärtchen hielten die Teilnehmer fest, wie sie sich einbringen können und welche Angebote sie wünschen. Dabei kristallisierten sich fünf Themen heraus: Kultur, zum Beispiel Fahrtangebote zur Ruhrtriennale, Patenschaften, etwa für Ältere oder Flüchtlinge, Wohnprojekte, etwa Senioren-Wohngemeinschaften, "Grüner Daumen", zum Beispiel das Anlegen von Minischrebergärten nahe der Innenstadt, und Kommunikation, zum Beispiel ein Radio Moers oder das Organisieren von Telefonketten.

Die Teilnehmer ordneten sich einer oder mehreren der fünf Themen zu, um diese so in gleichnamige Gruppen zu verwandeln. Eine sechste Gruppe kümmert sich um die Gesamtorganisation. Hartmut Hohmann erklärte sich bereit, diese als Ankermann zu leiten, wie die männlichen Gruppensprecher heißen, wie die weiblichen Ankerfrauen. Ankermann Kultur wurde Rainer Weichert, Ankerfrau Patenschaften Angelika Küpperbusch, Ankermann Wohnprojekte Karl-Heinz Theußen, Ankerfrau "Grüner Daumen" auch Angelika Küpperbusch und Ankermann Kommunikation Dietmar Cremer.

"Ich fand den Aufschlag sehr gut", freute sich Hartmut Hohmann. "In den nächsten Wochen wird sich zeigen, welche Wirkung er hat." Parallel zu den Arbeiten in den Gruppen will er ein Format etablieren, in dem bekannte Moerser interviewt werden, zum Beispiel der einstige Stern-Fotograf Herbert Peterhofen, der frühere Schlosstheater-Intendant Holk Freytag oder Hermann Weigel, dem zweiten Mann beim Filmhersteller und Filmrechtevertreiber Constantinfilm.

Quelle: RP
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