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Nach tödlichem Unfall in Moers
Bürger fordern sichere Kreuzung

Schwerer Unfall in Moers - 16-Jähriger gestorben
Schwerer Unfall in Moers - 16-Jähriger gestorben FOTO: Arnulf Stoffel
Moers. Die Trauer um den 16-jährigen Jungen, der bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte, ist groß. Eine Kommission wird die Kreuzung bald prüfen. Die Polizei sucht den Fahrer eines roten Autos, der Ersthelfer war. Von Anja Katzke und Stefan Gilsbach

An einer Leitplanke haben Menschen Kerzen und Blumen zum Gedenken aufgestellt. Auch ein Foto des 16-Jährigen, der am Samstagabend bei einem Verkehrsunfall auf der Ruhrorter- / Römerstraße tödlich verunglückt ist, ist dort befestigt. In den sozialen Medien reißen die Beileidsbekundungen an die Familie des Jungen nicht ab. Der Schüler, der die neunte Klasse der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Moers besuchte, und seine Begleiterin, ein 13-jähriges Mädchen aus Duisburg, waren am Samstagabend gegen 20.16 Uhr von einem Kleinbus erfasst worden, während sie die Römerstraße im Bereich einer Fußgängerfurt überquerten. Der 16-Jährige starb, zum Zustand des Mädchens konnte die Polizei gestern keine neuen Angaben machen. Ihr Zustand war nach dem Unfall kritisch.

Das Luftbild zeigt die Kreuzung Ruhrorter Straße und Römer Straße. Der 16-jährige Moerser kam mit seiner 13-jährigen Begleiterin von der Autobahnbrücke und wollte die Fußgängerfurt im Bild unten überqueren. FOTO: Arnulf Stoffel

Das Verkehrskommissariat in Moers hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen und muss nun klären, wie es zu dem schrecklichen Umfall am Samstagabend kommen konnte. In den sozialen Netzwerken wird schon jetzt über die aus Sicht vieler Verkehrsteilnehmer gefährliche Kreuzung diskutiert. Ein Tempolimit von 50 statt wie bisher 70 km/h wird gefordert. Schlecht beleuchtet sei die Straße dort, die Ampelphase sei für alle Verkehrsteilnehmer zu kurz.

Ein Test unserer Redaktion ergab Montag, dass die Ampelphase für Fußgänger an der Kreuzung Ruhrorter- und Römer Straße nur 8,8 Sekunden Grün zeigt und die Zeit kaum ausreicht, um die Straße strammen Schrittes zu überqueren. Straßen NRW weist allerdings daraufhin, dass es eine Sicherheitszeit gebe, bevor die Ampel für Autofahrer umschalte.

Blumen und Lichter sind an der Unfallstelle aufgestellt. FOTO: Arnulf Stoffel

Andrea Margraf, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Wesel, plädiert dafür, zuerst die Sachverständigen ihre Arbeit machen zu lassen. "In den nächsten Tagen kommt eine Kommission aus Vertretern von Polizei und Straßen NRW im Kreis Wesel zusammen, die das Unglück untersuchen und aufklären werden", sagte die Sprecherin der Kreispolizeibehörde.

Die eingesetzten Sachverständigen würden das Unfallfahrzeug des 30-jährigen Duisburgers unter anderem daraufhin untersuchen, ob es vorschriftsmäßig und verkehrtauglich gewesen ist. Aufgabe der eingesetzten Sachverständigen sei es auch, festzustellen, ob der Verkehrsunfall vermeidbar oder nicht gewesen sei. "Es werden alle Spuren bis ins kleinste Detail gesichtet und alle Beweise akribisch ausgewertet", erläuterte Andrea Margraf.

Der 30-jährige Fahrer aus Duisburg war am Samstag auf der Ruhrorter Straße in Fahrtrichtung Duisburg unterwegs. Dort ist Tempo 70 erlaubt. Dass an dieser Stelle mehrere tödliche Autounfälle passiert sind, bestätigte die Polizeisprecherin gestern nicht. Sie hat auf Anfrage alle Unfälle bis zurück zum Jahr 2008 ausgewertet. An der Stelle habe es bislang keinen tödlichen Unfall gegeben. Im Umkreis hätten sich drei tödliche Unfälle ereignet: am 16. Juli 2008 auf der Ruhrorter Straße, am 13. Mai 2014 auf der Römer-/Glückaufstraße und am 26. Mai auf der Ruhrorter Straße, der Zubringer zur Autobahn 40.

Der Landesbetrieb Straßen NRW, zuständig für Land- und Bundesstraßen, will zunächst die Ermittlungen der Moerser Polizei abwarten, bevor er Stellung zur Verkehrssituation im Bereich der Kreuzung bezieht.

Quelle: RP