| 00.00 Uhr

Moers
Bürger-Initiative warnt vor Hochwasser

Moers: Bürger-Initiative warnt vor Hochwasser
Gestern sah der Parkplatz des Realmarkts so aus: Nach dem Starkregen in der Nacht stand das Wasser auf dem Gelände. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Die Hochwasserschutz-Initiative am Niederrhein sieht eine Gefährdung der Region. Erst am Donnerstag zog über die Grafschaft ein Unwetter hinweg - und es werden gefühlt immer mehr.

"In der Bevölkerung am Niederrhein herrscht große Verunsicherung", stellte Marianne Maylan fest, Sprecherin der UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) Moers. "Wir brauchen wichtige Informationen über die Gefahrenlage in unserer Region bei solch extremen Wettergeschehen", so Maylan.

Zu einem öffentlichen Vortrag zum Thema "Überschwemmungsgefahren - sind Sie vorbereitet?" hatte die UWG alle Bewohner von Moers und Umgebung eingeladen. Hans-Peter Feldmann, Sprecher der HWS (Hochwasserschutz-Initiative am Niederrhein) erklärte: "Gerade der linke Niederrhein mit seiner Bergbau-Vergangenheit ist löchrig wie ein Schweizer Käse". Den bergbaugeprägten Siedlungs- und Wirtschaftsregionen drohe eine Totalvernichtung, so Feldmann, wenn es nicht gelinge, Extremabflüsse und Starkregen schadlos abfließen zu lassen. "Ein Schadenspotenzial von rund 200 Milliarden Euro wurde bereits im Jahre 2000 ausgewiesen. Mindestens 1,7 Millionen Menschen sind betroffen", bestätigte der HWS-Sprecher. Zudem müsse mangels sicherer Fluchtwege in bergbaugeprägtem Gelände von einer erheblichen Zahl an Todesopfern ausgegangen werden.

Als Lösungsvorschlag brachte der HWS-Experte eine sogenannte Gerinn-Entlastung in die Diskussion: "Man muss dafür sorgen, dass nicht so viel Wasser den Rhein hinunterfließt. Denkbar ist hier der Bau eines schiffbaren naturnah gestalteten Wasserlaufs, der bereits vor den Metropolen den Rhein mit dem belgischen Kanalnetz verbindet - etwa im Gebiet des ehemaligen Braunkohle-Tagebaus südlich von Köln. Neben einer Erhöhung der Sicherheit unserer Metropolen und des Niederrheins kann diese Lösung auch eine erhebliche Verkehrsentlastung von Straße, Schiene und Fluss bedeuten."

Die Sicherheit der Bürger müsse oberste Priorität haben. Eine schiffbare Anbindung des Niederrheins an das belgische Kanalnetz sei ein Schritt in die richtige Richtung, so Feldmann.

(gh)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Moers: Bürger-Initiative warnt vor Hochwasser


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.