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Moers
Bürgerfest: Und Multikulti funktioniert doch

Moers. Im Internationalen Bürgerzentrum der Awo feierten Menschen fröhlich gemeinsam. Von Laura Conrath

Seit 26 Jahren ist das Internationale Bürgerzentrum (IZ) der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Repelen ein fester Bestandteil der Nachbarschaft. Um auch Außenstehenden die Möglichkeit zu geben, das friedliche Miteinander zu erleben, veranstaltet die Awo alle zwei Jahre ein Multikulti-Bürgerfest - und das inzwischen zum 13. Mal.

Michaela Rosenbaum, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Beratung und Inklusion der Awo in Moers, eröffnete um 15.30 Uhr das bunte Bühnenprogramm: "Repelen hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Formen der Migrationsbewegungen erlebt und gestaltet. Doch die aktuellen Schlagzeilen über Abschiebungen Minderjähriger machen uns große Sorgen. Wir hier in Moers setzen uns für Gerechtigkeit ein und hoffen mit Veranstaltungen wie diesen ein Zeichen für gelungene Integration zu setzen."

Bürgermeister Christoph Fleischhauer fügte als Schirmherr noch ein paar Worte hinzu, machte auf das Motto der Veranstaltung "Eine Welt in Repelen - Hand in Hand" aufmerksam und ließ die Gäste des Bürgerfestes sich die Hände reichen. Abschließend erzählte der Bürgermeister noch eine kurze Geschichte über seine Auberginenpflanze, die er vor zwei Jahren von der Awo geschenkt bekommen hatte: "Ich habe die Pflanze gehegt und gepflegt und viel Spaß dabei gehabt, ihr beim Wachsen zuzusehen. Besonders überrascht war ich am Ende über die harte Schale meiner Auberginenpflanze. Es stellte sich heraus, dass es ein Kürbis war!"

Im Anschluss konnten Künstlergruppen ihr Können zum Besten geben. So spielte zum Beispiel die Bigband "B.A.M - Brass and More" der Anne-Frank-Gesamtschule einige ihrer Stücke und Feriz Vuniqi stellte Musik aus dem Kosovo vor. Tanzbegeisterte der verschiedenen Gruppen des IZ konnten mit ihren unterschiedlichen Darbietungen die Zuschauer fesseln: Von Flamenco über orientalische Tanzkunst bis hin zu Shaolin Kempo, der asiatischen Kampfkunst, war alles vertreten.

Unter bunten Pavillons, rund um das Awo-Gebäude, konnte gebastelt, diskutiert und gut gegessen werden. Vor einer großen spanischen Flagge wurden hausgemachte spanische Köstlichkeiten angeboten. Verantwortlich dafür waren die Mitglieder des Frauenkurses: "Wir sind Frauen im Alter von 37 bis 64 Jahren, die sich alle zwei Wochen montags treffen und zusammen was unternehmen. Zuerst waren es ausschließlich Spanierinnen, inzwischen sind wir eine gemischte Gruppe," berichtete Teilnehmerin Maria Arbeiter.

"Das Internationale Bürgerzentrum liegt auf einer Achse zwischen hauptsächlich von Migranten und deutschen Bürgern bewohnten Stadtteilen. Unsere Ziele sind es Brücken zu bauen und die Integration zu erleichtern", so Özdilek Simsek (Awo).

In Moers leben mehr als 20.000 Menschen mit Migrationshintergrund, in Repelen sind es etwa 26 Prozent. Mehr als die Hälfte kommen aus der Türkei, aber auch Menschen aus Ländern wie Spanien, Italien und asiatischen und afrikanischen Staaten sind darunter.

Quelle: RP
 
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