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Unsere Woche
Bürgersinn macht sich bezahlt

Moers. 36 neue Schilder weisen den Weg durch die Innenstadt. Das ist dem Engagement von Stadt, Händlern und Immobilienbesitzern zu verdanken.

Die Moerser und - mehr noch - ihre Gäste freuen sich seit dieser Woche über neue dezente Hinweisschilder, die es Besuchern einfacher machen sollen, den Weg zu den großen und kleinen Sehenswürdigkeiten zu finden. Eigentlich keine große Sache. Man wundert sich nur, dass noch niemand vorher auf diese so naheliegende Idee gekommen ist. Die Kosten von 1800 Euro sind, für sich gesehen, schon niedrig. Zudem verteilt sich die Summe auf mehreren Schultern: Die eine Hälfte zahlen Land und Stadt, die andere Immobilienbesitzer und Händler.

Genau diese Teilung von Verantwortung und Kosten zwischen Öffentlichen und Privaten ist ja das Prinzip der Immobilien-Standortgemeinschaft (ISG), die in Moers das Ausschilderungsprojekt auf die Beine gestellt hat. Damit hat die ISG nach ihrer Gründung vor einem Jahr einen überzeugenden Start hingelegt. Dank der Initiative der Vereinigung aus Immobilienbesitzern und Händlern hat Moers endlich eine durchgehende Weihnachtsbeleuchtung. Zudem sind die hässlichen Waschbeton-Blumenkästen durch hübsche Blumen-Sitzbänke ersetzt worden. All das sind keine Quantensprünge. Aber es sind Kleinigkeiten, die die Stadt für Bürger und Besucher liebenswerter macht. Das Verdienst dafür kommt vor allem dem Engagement der Immobilien-Managerin Andrea Käfer und dem "Villa Wölkchen"-Inhaber Andreas Reps zu. Ohne solche Einzelkämpfer, die es auf sich nehmen, aus ihren vielen Kontakten ein Netzwerk zu knüpfen sind Erfolge wie die der ISG nicht machbar. Man muss sich daran erinnern, wie schwer es in der Vergangenheit etwa für die Werbegemeinschaft war, alleine die Händlerschaft unter einen Hut zu bekommen. Da sind die immer weniger werdenden alteingesessenen Inhaberbetriebe auf der einen und die immer größer werdende Zahl der Filialisten auf der anderen Seite. Ähnlich heterogen ist das Bild bei den Immobilienbesitzern. Da sind Privatleute wie die Familie Käfer, die auch privat ihren Lebensmittelpunkt in Moers haben. Da sind aber auch Kapitalgesellschaften oder ausländische Besitzer, die keine Lust haben, sich in Moers zu engagieren. Deshalb sind neue LED-Lämpchen, Blumenbänke und Schilder schon eine ganze Menge.

Die Bewährungsprobe steht der ISG aber noch bevor: Mit der anstehenden Kanalsanierung durch die Enni, werden Stadt und Privatleute sich gemeinsam überlegen müssen, wie die Pflasterung der Innenstadt künftig aussehen soll. Dabei kann man Andrea Käfer nur jede Menge engagierter Mitstreiter wünschen.

Ein schönes Wochenende! juergen.stock@rheinische-post.de

Quelle: RP
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