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Moers
Café bietet Freiraum für Jugendliche

Moers: Café bietet Freiraum für Jugendliche
Desirée Kaiser, angehende Pastoralreferentin an St. Josef, und Marcel Bauer, Jugendleiter der evangelischen Gemeinde, hoffen auf viele junge Besucher im "Freiraum". FOTO: Christian Breuer
Moers. Da neue Angebot im Gerhard-Tersteegen-Haus ist überkonfessionell ausgerichtet. Von Hedi Meinecke

Auf eine besondere und kreative Art einen "Freiraum" schaffen für junge Menschen: "Das war die Idee", sagt Marcel Bauer, Initiator und Jugendleiter der evangelischen Kirchengemeinde Moers. Nahezu fünf Jahre lang spielten er und sein Team mit dem Gedanken, schmiedeten Pläne, entwarfen ein Konzept für ein Jugend-Café, für einen offenen Treff, fragten aber gleichzeitig nach Bedarf und Zielsetzung - nach dem "Zeitgeist" - und der Zielgruppe.

Der Raum wurde relativ schnell gefunden. Die Kellerräume im Gerhardt-Tersteegen-Haus an der Haagstraße 11 boten sich an - und die Gemeinde zeigte Entgegenkommen. "Dieser Bereich diente einst als Großküche. Soziale Einrichtungen wurden von dieser Küche aus mit Essen versorgt", so der Initiator über die ehemalige Nutzung.

Heute erinnert nur noch ein kleiner Gastronomiebereich an die Vergangenheit. Der aber wird gerne in Anspruch genommen: Neben Getränken (Biere und Weine) gibt es ein kleines Snackangebot mit wechselnden Empfehlungen wie Sandwichs, Waffeln, Baguettes, Crepes oder Suppen.

Mittelpunkt aber wurde ein ansprechend gestaltetes Jugendcafé im Stil eines Bistros - und das als"Freiraum" für Jugendliche und junge Erwachsene. Es gilt als kultureller Treffpunkt ohne Konsumzwang. Und die Praxis soll von und mit den Jugendlichen bestimmt und gestaltet werden, von der Raumnutzung bis zur Programmauswahl.

"Hier wollen wir dann die Gemeinschaft und die Geselligkeit pflegen, die sozialen Kontakte ausbauen und die Kommunikation in einer Weise fördern, die den Ansprüchen junger Menschen entspricht", kündigt Bauer an. Denn für ihn heißt "Freiraum"auch: Leute treffen, Musik hören, quatschen, kickern.

Und Desirée Kaiser, angehende Pastoralreferentin von St. Josef, spricht die Ökumene an, die hier intensiv gelebt wird. Auch sie will ihre enge Bindung zur Jugend in der Gemeinde nutzen und sie bewegen, sich ebenfalls hier einzubringen. "Freiraum" ist offen und überkonfessionell ausgerichtet.

Marcel Bauer sieht den Café-Raum als eine Art "Wohnzimmer". Für manche Jugendliche sei es "das erste Zuhause", da vielfach Familienstrukturen nicht mehr gelebt würden.

Die zentrale Stadtlage sei ein zusätzliches Angebot für Schüler und Schülerinnen, die sich in den Freistunden oder nach der Schule in der Stadt aufhalten; ihre Einkehr werde stets gewünscht. Eine Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Vereinen, wie zum Beispiel CVJM und anderen Diensten, werden ausdrücklich angestrebt. "Sie dienen der stärkeren Vernetzung und Kooperation", so Bauer.

Gesucht werden auch Jugendliche und junge Erwachsene, die im Café-Betrieb ehrenamtlich mitarbeiten und sich auch am Kulturprogramm und den Angeboten aktiv beteiligen möchten. Die Öffnungszeiten des Freiraum-Cafés werden den personellen Möglichkeiten entsprechend gestaltet.

"Die Zeiten werden in jedem Fall dem Bedarf der Nutzerinnen und Nutzer angepasst", so Bauer. Ziel sei es, das Café in jedem Fall an mindestens drei Tagen pro Woche zu öffnen. Aktuell angedacht sind Montag, Mittwoch und Donnerstag jeweils von 10.30 bis 14.30 Uhr. Jugendkneipen-Betrieb: Mittwoch von 18 bis 22 Uhr.

Für die Finanzierung sorgt einmal der Jugendetat, hinzu kommen Einnahmen aus dem Café-Betrieb, von den Veranstaltungen, kommen die öffentlichen Zuschüsse für offene Arbeit, kommen Spenden.

Die nächsten Öffnungszeiten: 20. April, 1. Juni, 6. Juli, jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr.

Quelle: RP
 
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