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Moers
Caritas eröffnet Quartiersbüro Eick-West

Moers: Caritas eröffnet Quartiersbüro Eick-West
Vor dem neuen Quartiersbüro (von links): Tanja Reckers, Henric Peeters, Dirk Ulrich und Bürgermeister Christoph Fleischhauer. In den kernsanierten Räumen befand sich früher ein Tapetengeschäft, später ein Kisok. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Neue Anlaufstelle für Senioren an der Isergebirgsstraße. Ziel ist eine Nachbarschaft, in der sich ältere Menschen wohlfühlen. Von Josef Pogorzalek

Wenn es darum geht, das Leben in einem Stadtviertel lebenswerter zu machen, kommt das Quartiersmanagement ins Spiel. Geld aus verschiedenen Fördertöpfen ist der Dünger, der Quartiersbüros in vielen Kommunen aus dem Boden schießen lässt. Das Quartiersbüro Rheinkamp an der Isergebirgsstaße 38 in Eick-West ist insofern ein besonderes, als es Modellprojekt für den Kreis Wesel ist und über das NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter gefördert wird. "In jeder Stadt und jedem Kreis fördert das Ministerium nur ein Projekt", unterstrich Henric Peeters, Geschäftsführer des Caritasverbands Moers-Xanten, gestern bei der Eröffnung der Räume. Gemeinsam mit der Stadt Moers hatte der Caritasverband ein Konzept ausgearbeitet, mit dem sich die Partner gegen Konkurrenz aus Neukirchen-Vluyn, Kamp-Lintfort und Schermbeck durchsetzen konnten.

Es geht darum, die Stadtteile Rheinkamp-Mitte, Eick-West und Utfort zu einem "altengerechten Quartier" zu entwickeln. Vor allem Eick-West sei mit einem Seniorenanteil von 27 Prozent überaltert, sagte gestern Dirk Ulrich, Projektleiter beim Caritasverband. Das Büro ist eine Anlaufstelle für ältere Menschen. Zweimal wöchentlich (montags von 13 bis 15 und freitags von 10 bis 12 Uhr) steht Quartiersmanagerin Tanja Reckers dort als Ansprechpartnerin bereit, mittwochs von 9 bis 10 Uhr außerdem Vanessa Dammertz von der Allgemeinen Sozialberatung des Caritasverbands. Sie beraten in Fragen rund ums Altern, ums Wohnen, um Pflege, sie helfen beim Ausfüllen von Formularen und nehmen Ideen und Anregungen entgegen. Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliches Engagement im Viertel sollen gestärkt, Menschen sollen dafür gewonnen werden, sich für andere einzusetzen.

Tanja Reckers und Dirk Ulrich bringen zudem die "Akteure" im Viertel zusammen - Kirchengemeinden, Awo, Sportvereine, Wohnungsbaugesellschaften, Polizei, Schulen. Und sie geben eigene Impulse. Dirk Ulrich nannte gestern einen Mittagstisch für Senioren oder Angebote für Demenzkranke und deren Angehörige als Ideen. Geplant sei bereits eine Taschengeldbörse für den Moerser Norden. Dabei können Schüler gegen ein Entgelt Dienste für Senioren übernehmen. Angebahnt sei auch ein Projekt mit der Gesamtschule, bei dem Jugendliche und Senioren zusammengebracht werden sollen.

Die Grundidee eines solchen Quartiermanagements: Wenn Menschen in einem sozialen Netzwerk leben, wenn sie Hilfen und Unterstützung erhalten, Freunde haben und sich am Gemeinschaftsleben beteiligen können, dann bleiben sie länger in ihren eigenen vier Wänden wohnen. Ob das Konzept in Rheinkamp aufgeht, wird sich zeigen. Die Landesförderung ist bis Februar 2018 befristet. Ob und wie es danach weitergeht - "mal schauen", sagte Bürgermeister Christoph Fleischhauer gestern. Er zeigte sich überzeugt, dass das Projekt nicht nur Senioren wohltut: "Wenn's Oma und Opa gut geht, geht's auch den Enkelkindern gut."

Quelle: RP
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