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Kreis Wesel
Caritas setzt 100 Flüchtlingsbetreuer ein

Kreis Wesel: Caritas setzt 100 Flüchtlingsbetreuer ein
In Moers betreut die Caritas Flüchtlinge in der Notunterkunft an der Tannenbergstraße. FOTO: Klaus Dieker
Kreis Wesel. Die meisten neuen Stellen sind sozialversicherungspflichtig, allerdings auf ein Jahr befristet. Der Caritasverband hat sich auch als Betreiber der geplanten neuen Landesunterkunft für 1000 Flüchtlinge in Kamp-Lintfort beworben.

Sie sind eingesetzt in der sozialen Betreuung von Flüchtlingen, in der Begleitung von Ehrenamtlichen sowie in der Zubereitung, Zulieferung und der Ausgabe von Speisen und Getränken: Rund 100 Mitarbeiter setzt der Caritasverband Moers-Xanten ein, um seine Aufgaben in der Flüchtlingsbetreuung leisten zu können. Wie Geschäftsführer Henric Peeters gestern sagte, handelt es sich bei rund 20 davon um Stammkräfte des Verbands, die teils aus anderen Bereichen abgezogen wurden.

80 Mitarbeiter seien neu eingestellt worden - keine Sozialarbeiter oder andere Fachkräfte, sondern beispielsweise Studenten, die sich eine Zeit lang engagieren wollen oder Menschen mit Arabisch-Kenntnissen, die als Dolmetscher wertvolle Dienste leisten können. Die Caritas betreibt im Auftrag des Landes die Notunterkunft in Moers, hat außerdem die soziale Betreuung in der bestehenden Kamp-Lintforter Unterkunft des Landes übernommen und ist auch in den kommunalen Unterkünften in vielen Gemeinden aktiv.

Den neuen steht ein Kernteam aus erfahrenen Caritas-Mitarbeitern zur Seite, sagt Henric Peeters, Geschäftsführer des Caritasverbandes. Doch auch diese müssen sich immer wieder auf neue Situationen einstellen. Jedes Mal, wenn Flüchtlinge in den Unterkünften ankommen, stehen die Helfer dort vor bis dahin unbekannten Herausforderungen. So wie Gabie Tabke, die seit Ende Oktober die soziale Betreuung der Flüchtlinge in der Kamp-Lintforter Unterkunft leitet. Sie erklärt: "Mal kommen Familien mit kleinen Kindern, dann nur erwachsene Männer. Manche Flüchtlinge stammen aus Syrien, andere aus Afrika. Unsere Klientel setzt sich sehr unterschiedlich zusammen."

Zahlreiche Helfer gehören zu ihrem Team, vom Dolmetscher bis zum Küchenhelfer, dazu kommen zahlreiche Ehrenamtler. Sie zu betreuen und anzuleiten, gehört ebenfalls zu den Aufgaben der hauptamtlichen Caritas-Mitarbeiter, ebenso wie die Koordination der ehrenamtlichen. So können für die Flüchtlinge Deutschkurse und sportliche Aktivitäten angeboten werden. Die Mitarbeiter kümmern sich auch um die Kinder.

"Es ist etwas anderes, ob man ein Seniorenheim in Ruhe aufbauen und betreiben kann, oder ob man plötzlich eine Notunterkunft betreut", sagt Peeters. "Hier müssen viele Dinge ad hoc entschieden werden. Was hier in drei Wochen passiert, das erleben manche in zehn Jahren nicht." So habe er erst lernen müssen, schnell eine große Menge an Betten und Bettdecken einkaufen zu müssen.

Sein Verband sei "ohne finanzielle Sicherheit ins kalte Wasser gesprungen", sagt Peeters. Wo Notunterkünfte in großer Eile eingerichtete werden mussten und entsprechendes Personal gebraucht wurde, "haben wir nicht erst lange Verträge ausgehandelt". Der Verband werde für den Personaleinsatz Rechnungen ausstellen. "Wir gehen davon aus, dass wir das Geld erstattet bekommen." Peeters sieht die Flüchtlingsbetreuung als eine "gesellschaftspolitische Herausforderung, das gehört zu unseren Aufgaben dazu."

Wichtig sei zudem, dass die Mitarbeiter ihre Erfahrungen aus der Flüchtlingsarbeit nach außen transportieren. So wie Gabie Tabke. Sie ist "vom ersten Tag an mit Spaß dabei", wie sie mit leuchtenden Augen betont, "das ist eine Erfahrung, die ich so nicht mehr geboten bekommen werde."

Wie lange die Notunterkünfte noch bestehen - und damit das Engagement des Caritasverbandes - ist unklar. Die meisten der neuen Stellen seien sozialversicherungspflichtig, erklärt Peeters. Allerdings seien die meisten zunächst auf ein Jahr befristet - mit der Option der Verlägerung, wenn auch nicht unbefristet. Denn die Caritas wird nicht alle neuen Mitarbeiter weiterbeschäftigen können. "Das ist aber auch allen klar, dass das nur zeitlich begrenzt ist", betont Geschäftsführer Henric Peeters.

Möglicherweise wird der Caritasverband bald weitere Mitarbeiter in der Flüchtlingsbetreuung brauchen. Er hat sich als Betreiber der in Kamp-Lintfort geplanten Landesunterkunft für 1000 Menschen beworben. Auf 50 Vollzeitstellen schätzt Peeters den Bedarf für die Einrichtung, die Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen soll.

Quelle: RP
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