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Rheurdt
Carsten Cunardt: vom Soldaten zum Priester

Rheurdt. Im Oktober tritt der 43-Jährige eine Stelle als Kaplan in Kerken und an St. Martinus Rheurdt an.

Carsten Cunardt ist als Priester nicht nur ein Spätberufener. Man kann ihn auch als "Kuriosität" betrachten. Als solche habe ihn schon mal die "Bild am Sonntag" interviewt. Denn Cunardt war zwölf Jahre lang Soldat bei der Bundeswehr, bevor er beschloss, Geistlicher zu werden. "Während der bekannten Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdés im Jahre 2003 fand ich meine Berufung zum Priestertum", berichtet der 43-Jährige. Über die näheren Umstände können die Mitglieder der Gemeinde St. Martinus Rheurdt ihn bald selbst befragen. Denn Cunardt, derzeit Kaplan in St. Johannes Heideck (Bistum Eichstätt) kommt an den Niederrhein. Ab 1. Oktober wird er vier Jahre lang hauptsächlich in der Gemeinde St. Dionysius Kerken arbeiten, ein Drittel seiner Zeit steht er aber für die Rheurdter Gemeinde zur Verfügung.

Cunardt fühlt sich in Bayern zu Hause, freut sich aber darauf, ein paar Jahre "heimatnah" eingesetzt zu werden. Denn er stammt aus Oberhausen, wo seine Mutter noch wohnt. Als Kind war er ("natürlich") Messdiener, nach der Schulzeit absolvierte er aber zunächst eine Ausbildung zum Technischen Zeichner bei der Firma Babcock, bevor er in die Bundeswehr eintrat, sich für zwölf Jahre verpflichtete und sich zum Fahrlehrer ausbilden ließ.

"Ich musste als Soldat nie etwas tun, was meinem Glauben und meinem Gewissen widersprochen hätte", sagt Cunardt. Er habe sich mit dem Gedanken angefreundet, eine Familie zu gründen, als ihm Lourdes und sein Berufungserlebnis dazwischen kamen. "Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt", sagt der Kaplan lachend. Er sprach zunächst mit Militärgeistlichen, dann auch mit dem damaligen Militärbischof Walter Mixa. Dieser nahm Carsten Cunardt im Jahr 2005 in sein Priesterseminar in der Diözese Eichstätt auf. Am 14. Mai 2011 weihte Bischof Gregor Maria Hanke den ehemaligen Soldaten zum Priester. Danach wirkte Cunardt in den Pfarrverbänden Nürnberg-Altenfurt, Lauterhofen und Heideck als Kaplan. Nächste Woche zieht er an den Niederrhein, wo er ganz seinem Primizspruch folgen wolle. Dieser lautet: "Zum Altare Gottes will ich treten. Zu Gott, der mich erfreut von Jugend auf."

(pogo)
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