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Moers/Rheinhausen
"Cölve-Behelfsbrücke ist keine Lösung"

Moers/Rheinhausen. Die Rheinhausener SPD-Bezirksvertretung beklagt sich über Untätigkeit der Moerser Stadtverwaltung nach Schließung der Cölve-Brücke und kündigt "kreative" Aktionen an, um das Thema in der Diskussion zu halten. Von Jürgen Stock

Mit Verwunderung haben Vertreter der Stadt Moers auf den jüngsten Vorstoß der Rheinhausener SPD-Bezirksvertretung reagiert. Deren Vorsitzender hatte erneut heftige Vorwürfe gegenüber Vertretern der Stadt geäußert und seine Forderung nach sofortiger Installation einer Behelfsbrücke erneuert. Die Cölwe-Brücke, die Rheinhausen und Schwafheim miteinander verbindet und über einer der wichtigsten Güterzugstrecken Deutschlands verläuft, war im September wegen Baufälligkeit von einem Tag auf den anderen gesperrt worden.

In einem Schreiben des SPD-Bezirksvertreters Reiner FRiedrich, das unserer Redaktion vorliegt, heißt es: "Wir haben uns mit Hilfe des Landtagsabgeordneten Rainer Bischoff um die Beschaffung einer Behelfsbrücke gekümmert, die beim Landesbetrieb Straßen NRW gegen Miete erhältlich ist. Es kamen nur immer die Antworten, die haben jetzt Wahlkampf, geht nicht oder kommt nicht in Frage. Dies heißt auf deutsch, Moers tut nichts. Alle bisher gemachten Zusagen, auch schriftliche Vereinbarungen zur Kostenteilung aus dem Jahre 2009 und 2014 haben für Moers keine Bedeutung. Der Wahlkampf ist jetzt vorbei und Moers tut immer noch nichts. Moers sagt, der Bau der Behelfsbrücke dauert auch mehrere Jahre, weil sie die gleichen Genehmigungen der DB benötigt, wie eine richtige Brücke. Wir sagen und haben prüfen lassen, dass man gar keine Genehmigung benötigt, man muss die geforderte einspurige Behelfsbrücke in die bisherige Brücke schieben und vor der jetzigen Brücke entsprechende neue Brückenauflager schaffen. An dem bisherigen Brückenbauwerk brauchte nichts verändert werden. Diese einspurige Brücke würde ca. 80.000 Euro Miete pro Jahr kosten (und ist) in wenigen Tagen umzusetzen und kostet auch über mehrere Jahre erheblich weniger. (als eine zweispurige Behelfsbrücke).(...) Aber aus Moers kommen zu all diesen kreativen Vorschlägen keine sichtbaren Reaktionen und die Trompeter, Oestrumer und Rumelner Bürger leiden darunter. Aber wir sind weiter an der Seite der Bürger, auch nach dem Wahlkampf. Wir werden uns auch weiterkreative Lösungen einfallen lassen, um uns in Moers in Erinnerung zu halten", so der Inhalt des Schreibens.

Genau dieser Vorschlag einer einspurigen Behelfsbrücke habe schon vor zwei Monaten bei einem Gespräch auf dem Tisch gelegen, an dem neben Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) auch Vertreter den Bahn teilgenommen hätten, betonte Thorsten Schröder, Sprecher der Stadt Moers. "Dabei haben Bahn-Vertreter gesagt, dass die einspurige Lösung nicht in Frage komme und zudem auch bei dieser Lösung eine Sperrfrist von drei Jahren eintreten werde, innerhalb der nichts gebaut werden könne.

Die Stadt Moers hat die Enni mit der Erstellung von Neubauplänen beauftragt. Die sollen Anfang nächsten Jahres vorliegen und dann spätestens ab März von der Politik beraten werden. Parallel sollen aber auch Gespräche mit Duisburg über eine komplette Abtretung des Brückengeländes an Duisburg weitergehen.

Diese Forderung war ebenfalls von der Rheinhausener SPD erhoben worden, findet sich aber in dem jüngsten Schreiben nicht wieder.

Quelle: RP
 
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