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Moers
Comedians laufen zu Höchstform auf

Moers: Comedians laufen zu Höchstform auf
Johannes Flöck erzählte im Enni Sportpark "Neues vom Altern". Er war einer von vier Comedians, die beim "Comedy Salon" auf der Bühne standen und das Publikum im Sturm erobern konnten. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Vier in Top-Form aufgelegte Komiker und ein Publikum, das super gut drauf war: So ging es zu beim Moerser Comedy Salon in Rheinkamp. Immer wieder ein Thema: Die kleinen Probleme des Alterns. Von Olaf Reifegerste

Seit 2006 gibt es ihn in Moers, seit 2013 im Enni Sportpark Rheinkamp: den Comedy Salon des Hamburger Veranstalters "Salon Kultur". Dieses Jahr bringt es die beliebte Comedy-Reihe sogar auf fünf Termine, die "Ladies Night" im Sommer und die Weihnachtsgala im Autohaus Minrath im Dezember mitgezählt. Und zum vierten Mal in diesem Jahr war das Haus ausverkauft: Das Publikum war super gut drauf, bekam sich teils nicht mehr ein und wollte den Abend am liebsten nicht enden lassen, weil die vier gut aufgelegten Comedians zur Höchstform aufliefen.

Vor allem Moderator und Mitkomiker Oli(ver Frank) Materlik hatte großen Anteil daran. Kein Wunder, gehört der Rheinländer inzwischen zur sogenannten Oberklasse der deutschen Stand-up-Comedians. In Moers machte er zudem seinem 2013 vom WDR verliehenen Preis als Rampensau alle Ehre. Denn schon sein Auftritt - er kam nicht "backstage" auf die Bühne, sondern von Hinten durch den Zuschauerraum - war wie ein Warm-up für das Publikum, das er auf diese Weise schnell in seinen Bann zog - was ihn wiederum enthusiastisch begeisterte.

Der Kölner Johannes Flöck verkündete auf der Bühne, aufgrund seines "fortgeschrittenen Alters" zwar "gedankenreich", aber eher "tatenarm" durchs Leben zu gehen, wie er dem Publikum weiszumachen versuchte. Sein Thema war also das Alter - oder, um es mit dem Titel seines neuen Programms auszudrücken: "Neues vom Altern". "In einer Zeit, in der Happy und Birthday getrennte Wege gehen und der Kopf Vorschläge erteilt, die der Körper nicht mehr erfüllen kann oder will", rief Flöck ins Publikum - dem Wandel des Lebens mit Pragmatismus und einer gehörigen Portion Selbstironie entgegentretend: ,,Ich sehe die Welt jetzt mit anderen Augen - und das klappt sehr gut, dank nachlassender Sehstärke."

Seine "größten Talente" seien jetzt das Liegen und Schlafen, was ihn zu der (kleinen politischen) Bemerkung veranlasste, dass man so etwas in Spanien "Siesta" und in Griechenland "Alltag" nennen würde.

Ums Älterwerden ging es auch beim komödiantischen Liedermacher Fred Timm aus Buxtehude - einem bekennenden HSV-Fan. Sein mitgebrachtes Gepäck bestand aus einer Gitarre und "lustigen Schlachtgesängen", die vor allem die Männerwelt im Sportpark begeisterte. Doch der Schein war trügerisch, ist der Tenor seiner Lieder doch keineswegs männerfreundlich oder gar frauenfeindlich. Er ist ziemlich biestig und ließ bei manchem (Mann) einen eher bitteren Beigeschmack zurück. Doch "öffnet sich beim Lachen nicht nur der Mund, sondern auch das Gehirn".

Letzter im Bunde war der "Stand-up-Tragedy", wie er sich selbst nennt, Michael Steinke, und zwar auftretend im "Funky! Sexy! Vierzig!"-Stil (so heißt nämlich sein neuestes Programm) mit Retro-Outfit und nach dem Motto: "Aus welchem Museum ist der Vogel denn ausgebrochen?" Bekleidet mit Blümchenhemd und dunkelblauer Cordjacke unternahm dieser einen Blick zurück in die 1970er-Jahre, "als man den Begriff 'Festplatte' damit beschrieb, wenn Mutter aus besonderem Anlass, Pommes auf einer Servierplatte brachte."

Der nächste "Comedy Salon" ist die Weihnachtsgala am 12. Dezember um 20 Uhr im Autohaus Minrath. Weitere Informationen und Onlinetickets gibt es im Internet auf der Seite www.comedysalon.de

Quelle: RP
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