| 17.15 Uhr

Comedy Arts Festival
Moers feiert die Humorkunst am Solimare

Moers: So schön war das Comedy Arts Festival 2015
Moers: So schön war das Comedy Arts Festival 2015 FOTO: Klaus Dieker
Moers. Das Internationale Comedy Arts Festival feierte am Wochenende die Humorkunst. Die Artisten von "Coloro" aus der Schweiz und die Französin Nadine O'Garra waren die Publikumslieblinge. Festivalchef Holger Ehrich ist zufrieden. Von Anja Katzke und Peter Gottschlich

Moers "Coloro" ist der Hit. Das Artistentrio aus der Schweiz gehörte zu den Höhepunkten, die das Comedy Arts Festival an diesem Wochenende in der Moerser Festivalhalle zu bieten hatte. Die Artisten aus der Schweiz verpackten Körperkunst, Illusion und audiovisuelles Theater zu einem innovativen und spektakulären Kunstwerk.

Die stehenden Ovationen des Publikums für diese Show sind zugleich auch Beweis dafür, dass das Moerser Festival noch immer die Humorschmiede für große Kleinkunst-Entdeckungen in der Region ist. Die Zuschauer redeten noch lange über die ausgefeilte Präsentation der drei Artisten Cornelia Clivio, Lorenz Matter und Romano Carrara. Mit der sprichwörtlichen Präzision eines Schweizer Uhrwerks wurden die Künstler in ihren weißen Overalls zur Projektionsfläche für eine raffinierte Lichtkunst. Ob die Multimedia-Technik nun rote Punkte wie Herzen auf den Körpern pochen ließ, die Farben Gelb und Grün über die weißen Anzüge ergoss oder gleich eine ganze Modenschau über die Bühne defilieren ließ, die Illusion war immer perfekt. Licht, Ton und artistisches Können verbanden poetische Bilder mit augenzwinkerndem Humor.

Das Comedy Arts Festival feierte am neuen Standort am Solimare vier Tage lang den Facettenreichtum der europäischen Kleinkunst. Nach einem mauen Start mit Musik am Donnerstag lockte das schöne Wetter an den folgenden Tagen die Besucher zahlreich an. Vor dem Eingang bildeten sich lange Schlangen. Auch der lauschige Biergarten, den der Veranstalter auf der nicht gerade schönen Fläche vor der Halle nett eingerichtet hatte, war ein Magnet. Der Old School Circus und zwei Quetschkommoden-Spieler sorgten dort für Straßenkunst unter freiem Himmel.

Altmodisch, aber doch umringt war ein Stand, an dem sich die Besucher im Dosenwerfen messen konnten. Kabarettistin und Sängerin Martina Brandel, die am Samstag die Moderation übernommen hatte, suchte in den Pausen den Kontakt zum Publikum und schrieb fleißig Autogramme. Auf der Bühne gab sie das Vollweib mit der frechen Klappe. Sie gehörte am Samstag zu den Künstlern, die für den größten Spaßfaktor sorgten. Sie sächselte sich im hautengen Pünktchenkleid zur Ansage und rappte mit dem Gesäß wackelnd über die Probleme nicht mehr ganz so junger Frauen, einen Mann abzuschleppen. Und noch ein Schweizer gewann die Herzen der Zuschauer: Antonio "Superbuffo" Caradona. Als Zirkus-Dompteur bändigte gefährliche Flugmaschinen: Drohnen, die er mit der Fernsteuerung über die Köpfe der Zuschauer fliegen ließ, und Modell-Helikopter, mit denen er gefährliche Gurken-Schneide-Stunts wagte.

Als Garant für einen herzhaften Comedy-Abend erwies sich die spanische Truppe "Yllana", die mit einer Satire über den Stierkampf und eitle Toreros das Publikum zum Lachen brachte. Dagegen hatte es Hildegart Scholten, Jury-Preisträgerin des Old-Comer-Awards, nicht so einfach, das Publikum in der Halle zu fesseln. Am Freitag gefiel die Französin Nadine O'Garra mit ihrer Show "Liebe in den Zeiten von Ikea". In dieser Varieté-Lichtschau ließ sie an einer Kletterwand die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen. Und "Bürger from the Hell" brachte als Mischung aus Rockmusiker und preußischen Beamten das gut gelaunte Publikum zum Lachen.

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