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Festival in Moers
Comedy Arts - Ein schräger Blick zurück

Comedy Arts in Moers: Ein schräger Blick zurück
Nutzte das Comedy Arts-Festival als Sprungbrett: Uwe Lyko alias Herbert Knebel FOTO: Dieker, Klaus
Moers. Donnerstagabend startet das Comedy Arts Festival: Viele Comedians, Clowns und Kabarettisten werden dem Humorspektakel bis Sonntag zum 40. Geburtstag gratulieren. Wenn das kein Grund für einen Rückblick ist.

Comedy Arts würde seinem Image nicht gerecht, wenn es zum 40. Geburtstag nicht auch einen "schrägen" Blick zurück werfen würden – auf Pannen und witzige Begebenheiten, auf Geschichten hinter den Kulissen.

  • Einen der nassesten Auftritte verbuchte das Comedy Arts 2005. Nicht nur, dass es wieder geregnet hatte (Regen war man beim Open Air ja schon gewöhnt) – nein: Versehentlich hatte eine Tonne Wasser die Bühne geflutet. Über Nacht war eine Tonne mit Glasscherben für einen Fakir-Auftritt hinter der Bühne gelagert worden. Der Regen hatte sie bis zum Rand mit Wasser gefüllt. Als die Scherben auf die Bühne gekippt wurden, kam auch die Flut. Roberto Capitoni moderierte, als ginge es um sein Leben, um die sehr lange Pause während des Trockenlegens der Bühne zu überbrücken.
  • Einen unvergessenen Auftritt legte der britische Anarcho-Clown Chris Lynam im Schlosshof hin: Gerade als er nackt und mit einer brennenden Rakete im Allerwertesten auf der Bühne stand, betrat der Pastor der benachbarten Gemeinde das Festivalgelände. Festivallleiter Werner Schrick wollte ihm eigentlich demonstrieren, dass es sich bei dem Festival um ein anspruchsvolles Kulturevent handelt...
  • Festival als Sprungbrett Viele Künstler standen schon in Moers auf der Bühne, als sie noch keinen großen Namen hatten – zumindest keinen Künstlernamen. So trat Herbert Knebel 1980 beim "Folk & Fool" Festival auf – noch unter seinem bürgerlichen Namen Uwe Lyko. Und Ilka Bessin kannte 2005 auch noch niemand. Heute ist die Berlinerin im pinken Jogginganzug unter dem Namen Cindy aus Marzahn ein Begriff. 1985 hatte in Moers eine Combo namens "Pookie Snackenburger" Premiere. Dass man mit dem sperrigen Namen nix wird, merkten die Künstler jedoch schnell – und starteten im nächsten Jahr als "STOMP" eine Weltkarriere.
  • Startrampe Comedy Arts: Überhaupt haben die Festivalmacher schon immer ein Näschen für aufgehende Sterne am Humorhimmel gehabt. So trat Michael Hatzius mit der "Echse" 2010 als noch unbekannter Act in Moers auf. Kurz danach war das knurrige Reptil ein Star. Auch Comedian Kaya Yanar gab sich die Ehre – bevor er durch seine Fernsehshow bundesweit bekannt wurde. 2001 hatte er seinen Auftritt beim Comedy Arts.
  • Wie ärgerlich: Manchmal hat die Glaskugel jedoch auch daneben gelegen. So lehnte Werner Schrick die Bewerbung eines britischen Nachwuchskünstlers ab. Er hat es auch ohne das Comedy Arts Festival geschafft. Sein Name: Rowan Atkinson, heute bekannt als Mr. Bean.
  • Die witzigste "Ausrede" für ihre Verspätung hatten die Künstler des Tumble Circus. 2008 verpasste das schwedisch-irische Artistenduo beinahe seine Auftritt beim Straßentheatertag, weil ihre Agentur nicht bedacht hatte, dass zwischen dem abendlichen Auftritt in Friedrichshafen (Bodensee) und dem Moerser Auftritt am nächsten Morgen 700 Kilometer lagen. Bis 22 Uhr spielten sie am Bodensee, dann musste das acht Meter hohe Trapezgerüst abgebaut und verladen werden. Sie fuhren die Nacht durch, bauten in Moers in Rekordzeit auf und starteten um 11 Uhr ihre Show.
  • Die wohl schwierigste Aufgabe stellte das Duo Ursus & Nadeschkin dem Comedy Arts-Team. Kurz vor dem sonntäglichen Auftritt mussten die Mitarbeiter noch schnell eine Drucklufthupe besorgen. Die hatten die Schweizer nämlich leider vergessen. Aber auch Leo Bassi hatte noch einen Last-Minute-Wunsch für eine spontanen Stunt: Schuhcreme, rote Schminke und einen Liter Senf, um sich als lebende Deutschlandflagge zu bemalen.
  • Die treuesten Künstler des Comedy Arts Festivals hatte wohl die spanische Compagnie Yllana. Mit fünf unterschiedlichen Produktionen war die Gruppe, die in ihrer Heimat Superstars sind, in der Grafenstadt zu Gast: mit StarTrip, Olimpaff, PaGagNini, Sensormen und zuletzt mit Muhh!2. Damit halten sie den Auftrittsrekord. Viermal stand Leo Bassi im Programm. Ebenso oft kamen Mark Britton und Krissie Iliing: Zweimal als Duo mit Nickelodeon (im Abstand von 20 Jahren!) und jeweils einmal solo. In diesem Jahr setzt Krissie Illing noch einen Auftritt drauf als Gast in Gerburg Jahnkes Ladies-Team.
  • Technik, die begeistert: Die riesige Bühne macht auch spektakuläre Acts möglich. Zu den aufwendigsten gehörten "Auto, Auto", die einen echten Kadett musikalisch zerlegten und Thomas Nicolai, der mit 16-köpfiger Big Band deutsche Pop-Musik im Sinatra-Stil sang.
  • Das besucherstärkste Festival erlebte Moers im Jahr 2001. Zum 25. Jubiläum des Festivals kamen 6.200 Zuschauer in die Open-Air-Arena auf dem Kastellplatz.
Quelle: RP
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