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Moers
Das 20. Jahrhundert musikalisch erleben

Moers: Das 20. Jahrhundert musikalisch erleben
Schauspielerin Magdalene Artelt hat die Rolle der Erzählerin im Schlosstheater übernommen. FOTO: Stoffel
Moers. "The Rest ist Noise" gastiert im Rahmen der Ruhrtriennale im Moerser Schlosstheater.

Der amerikanische Musikkritiker Alex Ross machte das 20. Jahrhundert hörbar. In seinem 2009 erschienenen Bestseller "The Rest ist Noise" beschreibt er es anhand seiner Komponisten, angefangen bei Richard Strauss über Duke Ellington bis hin zu den bekannten Tonkünstlern der 90er Jahre.

Johan Simons, der niederländische Regisseur und derzeitige Leiter des Kunstfestivals "Ruhrtriennale" hat daraus eine sechsteilige musikalisch-literarische Inszenierung gemacht, an deren Aufführung sich insgesamt sechs verschiedene Ruhrgebietstheater beteiligen, darunter auch das Schlosstheater in Moers.

Am Donnerstag zeigte es in einer von der Pianistin Sachiko Hara, dem Saxofonisten Eckard Koltermann und drei Bochumer Symphonikern musikalisch begleiteten szenischen Lesung den zweiten Teil der Inszenierung, die sich zum einen mit amerikanischen Komponisten wie Duke Ellington und George Gerswhin und zum anderen mit der Berliner Musikszene in den Zwanzigern beschäftigte.

Dabei übernahm die seit Kurzem zum festen Ensemble des Schlosstheaters gehörende Schauspielerin Magdalene Artelt die erzählende Rolle des Buchautors Alex Ross, während ihre Kollegen abwechselnd sowohl die beschriebenen Musiker selber, als auch auch einige ihrer damaligen Kritiker und Bewunderer zu Wort kommen ließen. "Ich bin nicht der größte Negergeiger der Welt, ich bin der größte Geiger der Welt", wurde zum Beispiel der seinerzeit auch in Europa bekannte afroamerikanische Geiger Will Marion Cook mit seinen eigenen Worten zitiert, wogegen Georg Gershwin vor allem mit fremden Beschreibungen und einer Klavierdarbietung seiner "Three Preludes" von Sachiko Hara vorgestellt wurde. Knapp drei Stunden dauerte die abwechslungsreiche Reise durch den zweiten Teil von Alex Ross' "The Rest ist Noise".

Der dritte Teil über die Musik in Stalins Sowjetunion und im Amerika von Franklin D. Roosevelt findet am 21. Januar im Schauspiel Dortmund statt. Nähere Infos gibt es unter www.ruhrtriennale.de

(lang)
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