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Moers
Das sind die Kandidaten - Elke Buttkereit (SPD)

Moers. Das nennt man einen raschen Aufstieg: Erst 2009 ist Elke Buttkereit in die SPD eingetreten, wurde wenige Jahre später Ortsvorsitzende, schließlich Fraktionsvorsitzende und soll nun die Nachfolge Siegmund Ehrmanns als Bundestagsabgeordnete übernehmen, falls es den Wählern genehm ist.

Buttkereit weiß, dass sie mit einem Lebenslauf punkten kann, der den meisten Bürgern leicht ermöglicht, sich mit der Kandidatin zu identifizieren. Nicht umsonst betont sie immer wieder ihre Bodenständigkeit. Sie ist ihrem Wohnort Vluyn eng verbunden, wohnt nur wenige Schritte von ihrer Arbeitsstelle bei der Firma Paradies entfernt und ist im Vereinsleben aktiv, bei den Klompenfreunden und im Karneval. Sie ist auch Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd). Buttkereit stammt aus einer Arbeiterfamilie, hat eine Lehre als Industriekauffrau absolviert und ist heute Leiterin für Arbeitsvorbereitung und Fertigungssteuerung bei dem Vluyner Traditionsunternehmen. Auf ihrer Wahl-Internetseite schildert sie ihren Werdegang von drolligen Kinderfotos bis zu einer soliden Familienexistenz mit Eigenheim, die sich von der des durchschnittlichen Wählers in keinem Punkt unterscheidet.

Die Botschaft ist klar: "Ich bin einer von euch, ich kenne euer Leben und eure Sorgen." Vertrauend auf ihre forsche Überzeugungskraft hat die gebürtige Moerserin einen "1000-Türen-Wahlkampf" angekündigt, um die Wähler für ihre Sache zu gewinnen. Dass sie gewinnend auftreten kann, hat sie bei der Kandidatenkür bewiesen, als sie erfahrene Mitbewerber wie Atilla Cikoglu und Silvia Rosendahl hinter sich ließ. Eine Herausforderung, der sich die Kandidatin in den Gesprächen stellen muss, ist die Unzufriedenheit vieler Bürger - gerade auch unter den traditionellen Sozialdemokraten - mit den sozialen Auswirkungen der Agenda 2010, die unter der Schröder-Regierung beschlossen wurde. Wann immer dieses Thema bislang bei ihren Auftritten zur Sprache kam, fährt sie eine diplomatische Linie, verdammt die damalige Reform nicht, verspricht jedoch eine Milderung der Härten.

Auch die Sicherheit der Renten ist ein Thema, mit dem sie nun häufiger konfrontiert wird. Als sie jüngst bei einer Veranstaltung des DGB mit anderen Bundestagskandidaten bzw. -kandidatinnen den Besuchern Rede und Antwort stand, war die Altersvorsorge ein Hauptthema. Buttkereit hat dazu bereits vor einem Jahr geäußert: "Es kann nicht sein, dass Menschen ihr Leben lang gearbeitet haben und dann nicht von ihrer Rente leben können. Nicht alles lässt sich durch private Vorsorge regeln." Ebenfalls eine Herausforderung für die Neukirchen-Vluyner wird es sein, sich bei den Bürgern im Krefelder Norden bekannt zu machen - denn dort ist sie für die meisten noch eine unbekannte politische Größe. Stefan Gilsbach

Quelle: RP
 
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