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Moers
Das Solimare eröffnet wohl erst 2017

Moers: Das Solimare eröffnet wohl erst 2017
Der Bäderkomplex des Solimares. Betroffen von den Verzögerungen ist der Freibadbereich (2). FOTO: Archiv
Moers. Die Enni Sport und Bäder hat die Zusammenarbeit mit einem Düsseldorfer Architekturbüro nach andauernden Streitigkeiten um Honorarfragen beendet. Das hat zu Verzögerungen beim Bau des Bäderkomplexes geführt. Von Jürgen Stock

Nach außen hin schien alles eitel Sonnenschein. Die Enni, die beim Bau des Sportkomplexes in Rheinkamp bewiisen hatte, dass sie anspruchsvolle Projekte innerhalb des vorgesehenen Zeit- und Geldrahmens organisieren kann, kam offenbar auch mit dem Bau des Bäderkomplexes Solimare gut voran. Noch in der jüngsten Pressemitteilung des Konzerns, die gestern am späten Nachmittag in der Redaktionen eintraf, hieß es: "Die neue Bäder- und Eiswelt am Solimare wächst zusehends. Teil drei des sogenannten Moerser Bäderkonzeptes biegt hier langsam auf die Zielgerade. Bauherr Enni Sport & Bäder (Enni) liegt bei der Eishalle voll im Plan, wo Kufenflitzer im nächsten Winter ihre Runden drehen dürfen. Gut läuft es auch beim Aktivbad. Hier ist Enni der Zeit voraus und wird schon im Herbst mit dem Testbetrieb im Lehrschwimm- und Kombi-Schwimmbecken sowie im Kleinkinderbereich starten und das Aktivbad voraussichtlich Anfang 2017 für Bürger öffnen."

Doch schon im nächsten Satz wird die Katze aus dem Sack gelassen. "Spitz auf Knopf" stehe es für das Freibad, wird da Geschäftsführer Dirk Hohensträter zitiert. Im Gespräch mit unserer Zeitung wird er deutlicher: Die Chancen, dass das Freibad, wie ursprünglich geplant, im Juni 2016 öffnen kann, stünden bestenfalls bei 20 Prozent, teilt Hohensträter mit. Der Spitz- und Rutschpark des 2013 vom Moerser Rat beschlossenen Projekts werde auf jeden Fall erst 2017 fertiggestellt werden können.

Der Enni-Geschäftsführer war eben erst in der Verwaltungsratssitzung am Montag mit einem neuen Fünf-Jahres-Vertrag ausgestattet worden war. In jenem Gremium, so der Geschäftsführer, habe er auch bereits angedeutet, dass es Schwierigkeiten mit einem für den Freibad-Bereich verantwortlichen Architekturbüro gebe. Ob man sich tatsächlich von den Architekten trennen werde, sei jedoch erst Dienstagnacht klar gewesen, nachdem eine rechtlich bedeutsame Frist abgelaufen sei. Nun arbeite man mit dem Moerser Architekturbüro Walter an dem Projekt weiter. Die Moerser Bauplaner zeichnen auch für die Renovierung der Eishalle verantwortlich.

Laut Hohensträter sei der Konflikt mit dem Düsseldorfer Büro durch nachträgliche Honorarforderungen der Architekten ausgelöst worden. Die Düsseldorfer seien der Meinung gewesen, dass von ihnen abrechnungsfähige Leistungen erbracht werden könnten, die laut Hohensträter in der ursprünglichen Leistungsbeschreibung nicht enthalten gewesen sei. "Honorarfragen klärt man üblicherweise immer erst am Ende eines Baus, damit der Architekt den Bauherrn nicht erpressen kann", sagt Hohensträter. Das Düsseldorfer Büro habe aber gezielt Leistungen nicht erbracht, was dazu geführt habe, dass im Januar der Bau praktisch still gelegen hätte. Daher habe man die Notbremse ziehen müssen. Nun werde man sich mit den Architekten, die ein von allen Parteien gelobtes Konzept erstellt hatten, wohl vor Gericht auseinandersetzen müssen. Dabei werden wohl beide Parteien Forderungen erheben. "Da dürfte einiges auf den Tisch kommen."

Quelle: RP
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