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Unsere Woche
Das Spiel mit dem Geld

Moers. Vermutlich dürfte der FDP-Fraktionsvorsitzende Dino Maas eines der wenigen Ratsmitglieder sein, das unsere Berichterstattung über einen bevorstehenden, wahrscheinlich sechsstelligen, Rückgang bei den Automatensteuereinnahmen mit uneingeschränkter Befriedigung verfolgt hat. Maas hatte sich nämlich als einer der wenigen im Moerser Rat vor gut drei Jahren vehement gegen die Erhöhung der Glücksspielsteuer gewehrt, mit der der Fortbestand aller Moerser Seniorentagesstätten gesichert werden sollte.

Maas waren die alten Leute nicht etwa gleichgültig, auch hatte er keine übermäßigen Sympathien für die Glücksspielindustrie. Er hatte vielmehr aus haushaltspolitischer Grundüberzeugung gegen den Vorschlag gestimmt. Jetzt, da das von der Ratsmehrheit gestrickte finanzpolitische Kartenhaus zusammenzubrechen droht, wird er sich bestätigt fühlen.

Nachdem eine fünfjährige Schonfrist abgelaufen ist, will das Land gegen die Konzentration von Spielhallen vor allem in Großstädten vorgehen. Im Bereich der Homberger Straße, aber möglicherweise auch in Repelen könnten Moerser Betreiber ebenfalls von den Bestimmungen betroffen sein, die nicht mehr als eine Spielhalle alle 350 Meter zulassen. Wenn einige dieser Einrichtungen ihre Lizenz verlieren, könnte sich das schon im kommenden Jahr erheblich auf die städtischen Einnahmen auswirken.

Das bedeutet zwar nicht, dass dann Seniorenbegegnungsstätten schließen müssen. Dem Rat stünde es frei, das Haushaltsloch durch Einsparungen oder Mehreinnahmen an anderer Stelle zu kompensieren. Da Kämmerer Wolfgang Thoenes, der nach den Ferien die Eckdaten für seinen Haushaltsentwurf vorlegen wird, sich bislang verhalten optimistisch zeigte, könnte es sogar sein, dass die Moerser mit einem blauen Auge davonkommen.

Der Schuss vor den Bug aus Düsseldorf sollte jedenfalls dazu genutzt werden, das Quartier zwischen Saturn und dem Bahnhof, wo sich die größte Ansammlung von Spielhallen und Wettbüros befindet, von seinem Schmuddel-Image zu befreien.

Abkassieren und ansonsten zusehen, wie ein Viertel verkommt, kann ja wohl kaum eine zukunftsweisende Perspektive sein. Ein schönes Wochenende! juergen.stock@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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