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Moers
Den Glauben "barrierefrei" vermitteln

Moers: Den Glauben "barrierefrei" vermitteln
Michael Britsch ist der neue Seelsorger der FEG in Schwafheim. Er freut sich auf Begegnungen und Gespräche im Rahmen seines neuen Amtes. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Michael Britsch wird morgen als neuer Pastor der freien evangelischen Gemeinde in Moers-Schwafheim eingeführt. Der gebürtige Augsburger ist sehr angetan von der lebendigen und gut vernetzten Gemeinde, die er hier vorfindet. Von Ulrike Rauhut

"Bewegt von Gottes Liebe bauen wir lebendige Gemeinden" - so lautet der Wahlspruch des Bundes der Freien Evangelischen Gemeinden, zu dem rund 450 Gemeinden in Deutschland gehören. Dass alle vier Jahre ein neuer Pastor berufen wird, gehört hier zum Programm.

Wenn sein Name Programm ist, dann können sich die Moerser auf ihn freuen: Michael Britsch heißt der neue Hirte, Seelsorger, Brückenbauer und Prediger in der Freien evangelischen Gemeinde in Schwafheim. Am Sonntag wird er mit einem Festgottesdienst im Gemeindesaal an der Düsseldorfer Straße in sein Amt als Pastor eingeführt. Der 30-Jährige war zuvor vier Jahre lang Jugendpastor in Norderstedt in Schleswig-Holstein.

"Es war Zeit für den nächsten Schritt", sagt Britsch, der zusammen mit seiner Frau eine Wohnung in der Moerser Innenstadt bezogen hat. "Und es sollte wieder mehr Richtung Süden gehen. Und näher an die Heimat meiner Frau, die aus Siegen kommt. Moers gefällt uns. Die schmucke Altstadt, der Park mit dem Schloss und die freundlichen Menschen. Ich mag den Menschenschlag hier: Offen und kommunikativ", berichtet er von seinen ersten Eindrücken.

Britsch ist im bayerischen Augsburg geboren und aufgewachsen, in einer Familie, die zur freien evangelischen Gemeinde gehörte. Nach dem Fachabitur und einer Ausbildung als IT-Systemkaufmann studierte er im hessischen Ewersbach Theologie. Es fasziniert ihn, was Menschen aus der Gemeinschaft und aus dem Glauben heraus bewegen können. In Norderstedt war er bereits eingebunden in eine aktive und vielfältige Flüchtlingsarbeit. Und auch in Moers freut er sich zu sehen, dass die Gemeinde gut vernetzt ist und sich in das Gemeinwesen einbringen will.

"Suchet der Stadt Bestes" - der Vers aus Jeremia 29 soll in nächster Zeit sein Leitspruch sein. "Viele Freikirchen entdecken neuerdings, dass es nicht darum geht, zusammen in einem Raum zu sitzen und auf den Himmel zu warten", sagt der sympathisch wirkende Geistliche. Was genau er an seiner neuen Wirkungsstätte auf den Weg bringen will, weiß er noch nicht. "Zunächst möchte ich die Menschen kennenlernen. Was wünschen sie sich? Welche Ziele verfolgen sie? Zusammen mit dem vierköpfigen Leitungsgremium der Gemeinde werde ich dann auch meine Ideen einbringen." Um seine Vorstellung von Leitung zu illustrieren, benutzt Britsch ein Bild aus einer jüdischen Geschichte: "Der Metzger geht der Herde voran, der Hirte läuft hinter der Herde."

Er freut sich, dass er in Schwafheim nicht nur ein großzügiges Gemeindehaus, sondern auch ein lebendiges Gemeindeleben vorfindet. Von der Mutter-Kind-Gruppe über den Jugendkreis bis zum Seniorenkreis gibt es bereits Angebote für alle Generationen. Dennoch gibt es etwas, das ihm besonders wichtig ist: "Ich möchte den Glauben barrierefrei anbieten", so sein Credo. "Immer weniger Menschen wachsen in einem kirchlichen Umfeld auf. Doch die Fragen nach Gott bleiben die Gleichen. Deshalb sind hier alle suchenden Menschen ganz herzlich willkommen."

Britsch bietet an, gemeinsam den biblischen Botschaften auf den Grund zu gehen. Dabei hat er keine Angst vor unbequemen Fragen. Im Gegenteil. Er freue sich auf einen offenen, spannenden Austausch. Eine seiner ersten Amtshandlungen wird am 11.September ein ökumenischer Gottesdienst beim Tag der offenen Tür der Schwafheimer Feuerwehr sein. Die befindet sich ja in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Moerser können gespannt sein und sich auf einen "Brückenbauer" freuen.

www.moers.feg.de

Quelle: RP
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