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Moers
Der Bunte Tisch kämpft um seinen Ruf

Moers: Der Bunte Tisch kämpft um seinen Ruf
Flüchtlingshilfe-Koordinatorin Hayat mit Flüchtlingen Ketfi im März 2015 auf dem Gelände des Bunten Tisches. FOTO: kdi (archiv)
Moers. Im Sozialausschuss traten gestern Vertreter des Vereins der Kritik an der Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe entgegen. Bündnis für Moers will den Vertrag mit dem Bunten Tisch nicht verlängern. Von Josef Pogorzalek

Die Koordination der Flüchtlingshilfe in Moers durch den Bunten Tisch wird voraussichtlich Ende 2017 beendet. Das Bündnis für Moers aus SPD, Grünen und Grafschaftern ist dafür, den dann auslaufenden Vertrag mit dem Verein nicht zu erneuern und die Koordination einer neutralen Stelle im Rathaus zu übertragen. Das sagte gestern Anja Reutlinger (SPD) im Sozialausschuss. Der Bunte Tisch hatte die Koordination im Auftrag der Stadt im Februar 2015 übernommen. Die Stadt finanzierte zunächst eine halbe, dann eine ganze Stelle. Zuletzt war der Verein kritisiert worden. Mitglieder von Flüchtlingshilfe-Initiativen hatten sich mit einer gegen den Bunten Tisch gerichteten Brief an den Bürgermeister gewandt (wir berichteten).

Amar Azzoug, Vorsitzender des Bunten Tisches, sowie die Flüchtlingshilfe-Koordinatorinnen Hayat Ketfi und Adell Sliwa kämpften gestern im Ausschuss um den Ruf ihres Vereins. "Der Koordinierungsauftrag wurde aus unserer Sicht mehr als erfüllt", sagte Azzoug. Azzoug trat der Behauptung entgegen, dass Personen, die ihre Hilfe angeboten hätten, nicht kontaktiert worden seien. Vielmehr habe es anfangs ein Überangebot an willigen Helfern gegeben. Auch der Vorwurf, die vom Bunten Tisch organisierten Flüchtlingskonferenzen dienten nur der Selbstdarstellung, treffe nicht zu. So seien Initiativen ausdrücklich eingeladen, sich dort einzubringen. Das Angebot sei bisher aber kaum wahrgenommen worden. Sliwa stellte zudem die neue Internetseite www.willkommen-in.moers.de vor, auf der Initiativen ebenfalls Inhalte einstellen könnten.

Azzoug und seine Kolleginnen verteidigten gestern auch den Umgang mit Spenden. Flüchtlingshilfe-Initiativen hatten beanstandet, dass sie von Spenden für die Flüchtlingshilfe nicht profitieren konnten. Hier müsse man unterscheiden, erklärte Amar Azzoug: Der Bunte Tisch habe als Verein Spenden akquiriert und diese der Koordinierungsstelle zur Verfügung gestellt. Über den Spendenzweck hätten die Spender entschieden. Dezernentin Kornelia zum Kolk sprang Azzoug zur Seite: Spenden aufzutreiben, das sei mit viel Anstrengung und "Klinkenputzen" verbunden. Jedem Verein stehe es frei, dies zu tun. Rechenschaft über die Verwendung sei man nur dem Finanzamt gegenüber schuldig.

Die Dezernentin zollte dem Bunten Tisch Anerkennung. Es sei nur natürlich gewesen, ihm 2015 die Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe zu übertragen. "Das war die Stelle in der Stadt, wo das Know-how rund um Flüchtlinge gebündelt war." Und der Verein habe viel mehr auf die Beine gestellt, als die Stadt es mit nur einer Stelle gekonnt hätte.

Auch Ausschussmitglieder lobten den Bunten Tisch. Inzwischen habe sich die Situation aber geändert, betonte Anja Reutlinger. Andere Vereine und Netzwerke engagierten sich in der Flüchtlingshilfe. Deren Arbeit müsse genauso gewürdigt werden.

Quelle: RP
 
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