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Moers
"Die beste Woche der Enni-Geschichte"

Moers. Erfolg durch Vielfalt: Der Moerser Energieversorger knackt beim Gewinn erstmals die Zehn-Millionen-Euro-Marke. Von Jürgen Stock

Es ist beinahe zum Ritual geworden: Einmal im Jahr bittet Enni-Geschäftsführer Stefan Krämer ins Besprechungszimmer der Enni-Zenrale an der Uerdinger Straße un präsentiert das jüngste Rekord-Ergebnis seines Unternehmens. Weil das möglicherweise auf Dauer etwas langweilig wird, hat Krämer in diesem Jahr noch einen draufgesetzt: "Dieses Woche war die beste Woche in der Geschichte der Enni", sagt der sonst nicht zu großen Sprüchen neigende Kaufmann.

Der zeitlichen Reihenfolge nach: Am Dienstag nimmt NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin in Gegenwart von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und 350 geladenen Gästen den Solarpark Neukirchen-Vluyn in die Reihe der Projekte "Fortschrittsmotor Klimaschutz 2015 - Ausgezeichnete Vorreiter" auf. "Die Auszeichnung ist eine Anerkennung unserer regenerativen Pionierarbeit, bei der wir die Energiewende stets als Chance für Leuchtturmprojekte wie den Solarpark gesehen haben", sagt Krämer.

Tags darauf dann die Sensation: Die Stadtwerke Rheinberg entscheiden sich gegen den bisherigen Betreiber Gelsenwasser für die Enni als neuen Konzessionär für die Fernwärmeversorgung . Es ist das erste Mal überhaupt, dass Gelsenwasser eine Konzession verliert. "Wir wollten das einfach", sagt Krämer, "und wir waren wohl auch kreativer als unsere Mitbewerber." Für die Enni sei der Zuschlag vor allem wegen der davon ausgehenden Signalwirkung wichtig. "Wir merken das sogar jetzt schon im Vertrieb, obwohl es da direkt überhaupt keinen Zusammenhang gibt."

Da kommt die gestrige Jahresbilanz als Sahnehäubchen gerade recht. 230 Mitarbeiter erzielten 2014 einen Umsatzanstieg von 170 auf 176 Millionen, der Gewinn kletterte von 9,7 auf 10,8 Millionen Euro. All das, wie Krämer anmerkt, unter denkbar schwierigen Rahmenbedingungen: So brach der Gasabsatz 2014 als Folge des warmen Winters um rund ein Viertel ein; auch die Stromerlöse waren rückläufig. Sinkende Umsätze im Heimatmarkt konnten jedoch durch steigende Umsätze bei bundesweiten Geschäft mit Großkunden mehr als kompensiert werden. Bei anderen Stadtwerken der Region löste das Problemjahr 2014 dagegen eine Krise aus. So hätten die Stadtwerke Duisburg mit einer Kreditspritze von 200 Millionen Euro gestützt werden müssen, merkt Krämer an.

Bei der Enni dagegen zahlte sich offenkundig die bereits vor zehn Jahren eingeleitete Strategie aus, neue Geschäftsfelder zu erschließen. So macht das Unternehmen bei der Verlegung von Lichtwellenleiten inzwischen erfolgreich der Telekom Konkurrenz. Die Erträge aus technischen und kaufmännischen Dienstleistungen wuchsen ebenso wie die Ergebnisse aus Unternehmensbeteiligungen, die bei 1,361 Millionen Euro liegen.

Für die Zukunft will Krämer weiter diversifizieren und die Position als "grüner " Klimamanager ausbauen. Noch in diesem Jahr sollen zwei Windkraftanlagen in Repelen erbaut werden, denen im Jahr darauf vier weitere Turbinen in Kohlenhuck folgen sollen. Zudem plant die Enni, sich an einem Offshore-Windpark-Projekt der Trianel-Gruppe zu beteiligen. Im Verrieb will das Unternehmen auch Privatleuten Paketen für die autarke Energie-Eigenversorgung anbieten. Und die Strompreise? Sollen laut Krämer tendenziell l stabil bleiben.

Quelle: RP
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