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Einfach Energie – Enni und Rp erklären Energie-Themen kinderleicht
Die Energie der Sonne nutzen

Moers. Im dritten Teil der zehnteiligen Reihe "Einfach Energie" geht es um Photovoltaik. Wie bekommt man die Energie der Sonne in die Stromleitung? Und warum ist diese Form der Energiegewinnung so wichtig für unsere Zukunft? Von Laura Conrath

moers Vergangene Woche habt ihr einiges über Strom gelernt: Wofür man Strom braucht und woraus er gewonnen werden kann. Ihr habt erfahren, dass es fossile Energieträger und Kernenergie gibt, die aber nicht unerschöpflich und meist schädlich für unsere Umwelt sind. Es gibt aber auch noch die sogenannten erneuerbaren Energien, nämlich die aus Wind, Wasser, Sonne und sogar Biomasse. Noch ist der Bau dieser Anlagen zwar recht teuer, aber viele Experten, so wie die Enni hier in Moers und Umgebung, sind der Meinung, dass diesen "grünen" Energieträgern die Zukunft gehört.

Heute zeigen die Enni und die Rheinische Post euch, wie man die Energie der Sonne nutzen kann, um Strom zu erzeugen, und warum diese Form der Energiegewinnung so wichtig für unsere Zukunft ist.

Was steckt nun hinter diesem schwierigen Wort "Photovoltaik"? Das Wort setzt sich aus dem griechischen Wort "photos" (zu Deutsch "Licht") und der Einheit für die elektrische Spannung, Volt, zusammen. Es beschreibt den Prozess, bei dem Solarzellen die Sonnenergie in elektrische Energie umwandeln. Photovoltaikanlagen könnt ihr inzwischen auf mehr und mehr Dächern von Wohnhäusern oder Schulen sehen - das sind diese spiegelnden viereckigen Scheiben, Solarmodule genannt. Eine Anlage besteht aus mehreren solcher Module und diese Module wiederum aus vielen Solarzellen. Die Zellen sind mit Leiterbahnen verbunden, durch die der Strom an seinen Zielort gelangen kann.

In den Solarzellen wird Sonnenlicht ohne Zwischenschritte direkt in Strom umgewandelt. Dass das funktioniert, dafür ist der Stoff Silizium verantwortlich. Silizium ist ein sogenannter Halbleiter. Legt man mehrere Schichten davon übereinander, die mit den Stoffen Phosphor, Bor oder Indium unterschiedlich verunreinigt sind (das nennt man "Dotierung" in der Fachsprache), und lässt Licht darauf fallen, dann baut sich zwischen den Schichten eine elektrische Spannung auf und der Strom fließt.

Immer mehr Menschen entscheiden sich für diese Art von Energiegewinnung, weil ihnen unsere Umwelt am Herzen liegt. Die Veränderung hin zu erneuerbaren Energien, nennt man "Energiewende". Die Energie aus der Sonne ist unerschöpflich, weshalb man sie auch erneuerbare Energie nennt. Das ist schon ein echter Vorteil gegenüber den fossilen Energiekraftwerken, denen irgendwann das "Futter" in Form von Kohle, Gas oder Gas ausgeht. Dazu entstehen bei der Erzeugung von Sonnenenergie keine gefährlichen Treibhausgase, die die Schutzhülle der Erde angreifen. In Zeiten, in denen immer mehr Autoabgase die Luft verpesten, ist es wichtig, dass die Menschen bei der Stromerzeugung auf "Ökostrom" setzen.

Auch die Enni weiß um die Vorteile der Sonnenenergie und hat in den letzten Jahren schon einige Baumaßnahmen in die Tat umgesetzt, damit unser Strom in Moers, Xanten, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg "öko" wird. Mit regenerativen (erneuerbaren) Erzeugungsprojekten wie dem Windpark Repelen, dem Biomasse-Heizkraftwerk in Moers oder eben dem Solarpark Mühlenfeld in Neukirchen-Vluyn.

Den Solarpark Mühlenfeld hat die Enni 2013 in Betrieb genommen. Er gilt in dieser Form als einzige Freiflächen-Photovoltaikanlage am Niederrhein. Rund 15.000 Solarmodule stehen dort auf Ständern und verwandeln Sonnenstrahlen in Strom. Mit insgesamt 185.000 Einzelteilen belegt das Solarkraftwerk gut ein Drittel der 24 Hektar großen Fläche und ist damit so groß wie elf Fußballfelder.

Ganz schön viel Platz für Umweltschutz. Um die Tiere und Pflanzen mit all dem Stahl nicht zu stören, haben Naturschützer der Enni beim Bau der Anlage geholfen. Sie pflanzten Bäume und pflegen das Biotop nun entsprechend den Bedürfnissen der Tiere und Pflanzen. So geht Naturschutz mit der Energiewende einher und ist dabei auch noch äußerst produktiv: Mit den Solaranlagen im Mühlenfeld produziert die Enni pro Jahr rund 3,5 Millionen Kilowattstunden Ökostrom. Damit kann sie dann rund 1000 Einfamilienhäuser versorgen.

Wer sich Solaranlagen einmal aus der Nähe angucken möchte, kann das im Mühlenfeld in Neukirchen-Vluyn tun. Dort gibt es einen Energiepfad, auf dem ihr die Welt der grünen Stromproduktion erkunden könnt, zum Beispiel während einer Fahrradtour. Denn der Solarpark liegt direkt an der Niederrheinroute. Wenn ihr mit eurer Schulklasse den Energiepfad besuchen wollt, könnt ihr bei der Enni unter der Telefonnummer 02841 104-108 eine Führung buchen. "Hier können Besucher die Energiewende tatsächlich hautnah erleben", sagt Fabian Brünger, der die Führungen leitet und sich auf interessierte Gruppen und Schulklassen freut.

Gut zu wissen: Wie im Solarpark Mühlenfeld, sind die Solarmodule meist schräg angebracht. So kann Regenwasser sofort abfließen kann und Staub sich nicht darauf absetzen. So muss die Enni die Module nicht extra putzen. Dazu kommt noch, dass die Module durch die Schräglage besonders viel Sonnenlicht auffangen können.

Quelle: RP
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