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Moers
Die Folgen des schweren Unwetters

Moers. Mehr als 100 Keller wurden leergepumpt. Die Enni meldet einen Blitzeinschlag. Von Jana Marquardt

131 Mal sind die Rettungskräfte der Feuerwehr gestern ausgerückt. In den meisten Fällen standen Keller unter Wasser. Ihren letzten Einsatz hatte die Feuerwehr um 23.30 Uhr. Ab dem späten Nachmittag waren 30 Liter Regen pro Quadratmeter in Moers gefallen (die RP berichtete). "Die Kanalisation konnte den großen Wassermengen einfach nicht mehr standhalten. Es kam zum Rückstau", berichtet Einsatzleiter Thomas Nass. "Hauptsächlich die Keller der Häuser in Moers-Mitte, Schwafheim und Asberg waren betroffen."

Doch hätte ein Rückstau der Kanalisation im Vorfeld verhindert werden können? Die verantwortliche Enni teilt in einer Erklärung mit, dass das Kanalnetz für große Wassermengen gut gerüstet sei. Die Dimensionen der Kanalisation wurden an die zunehmenden Starkregen-Ereignisse am Niederrhein angepasst, heißt es. Auch die Stadt sieht erst einmal keinen Handlungsbedarf. "Ein Unwetter wie das gestrige tritt höchstens alle 30 bis 40 Jahre ein. Der Aufwand und die Kosten für eine größere Kanalisation würden sich nicht rentieren", sagt Stadtsprecher Thorsten Schröder.

Die Feuerwehr wurde gestern von der Enni bei ihren Einsätzen unterstützt. Mitarbeiter pumpten die Keller des Knappschaftsgebäudes und der Eschenburgschule in Asberg leer. Bei einem Feuerwehreinsatz an der Chemnitzerstraße musste zeitweise der Strom abgestellt werden, um die Rettungskräfte nicht zu gefährden. Gegen 18 Uhr musste der Keller des Edeka-Gebäudes leergepumpt werden. "Nach einer knappen halben Stunde hatten alle Anwohner in dem Gebiet wieder Strom", teilte der Bereitschaftsleiter für Energie und Umwelt Dirk Ackermann (Enni) mit.

Ein weiterer Einsatz für den örtlichen Stromversorger fand in Kapellen statt: Ein Blitz hatte in die Freileitung im Bereich der Justizvollzugsanstalt in der Achterathsheide eingeschlagen. Das ländliche Gebiet hatte bis zum Egelsberg zeitweise keinen Strom. Der Bereitschaftsdienst ging die Freileitung ab und schloss die einzelnen Bereiche nach und nach wieder an das Stromnetz an. Gegen 18 Uhr sind laut Enni alle Kunden wieder mit Strom versorgt worden. Insgesamt seien nur geringe Schäden am Stromnetz zu verzeichnen. Durch die Freileitungen jedoch sei das Risiko eines Blitzeinschlages und eines daraus resultierenden Schadens höher. Deshalb möchte die Enni auch dieses Jahr wieder einige Kilometer der Freileitungen zurückbauen und unter die Erde verlegen.

Quelle: RP
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