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Klingelbeutel
Die Frauen in der Reformation

Moers. Manche Domäne scheint Männersache zu sein: Das Grillen. Die Bundesliga. Auch die Reformation? Kundige Gemeindeglieder kennen neben Martin Luther auch Johannes Calvin und Ulrich Zwingli. Und die Frauen?

Zahlreiche Fußnoten, Randbemerkungen und wenige erhaltene Texte zeigen, dass auch sie ins Reformationsgeschehen eingegriffen haben: Die Ehefrauen und Töchter der Reformatoren haben den Kindern Luthers Abendsegen vorgebetet oder dem Gesinde den Heidelberger Katechismus nahe gebracht. Sie äußerten ihre theologische Meinung, auch wenn man ihnen mit Spott und Hohn antwortete. Die Landesmütter haben ihren Einfluss auf Ehemänner oder Söhne geltend gemacht, damit sich die Botschaft von der Erlösung allein aus Gnade in ihrem Regierungsgebiet ausbreiten und Menschen aller Stände erreichen konnte. Kinder lernten anhand der ins Deutsche übersetzten Bibel das Lesen. Manche Frauen konnten als Liederdichterinnen Trost und Zuspruch in Verse fassen - auch in späterer Zeit, als sich die Evangelische Kirche konsolidiert und Frauen wieder von der theologischen Mitarbeit ausgeschlossen hatte.

Sie haben das Evangelium in der erneuerten, ursprünglichen Auslegung verbreitet und gelebt. Frauen und Männer sind gleichermaßen berufen, Gottes Botschaft weiterzutragen. "Hier ist nicht Mann noch Frau, denn ihr seid allesamt einer in Christus." heißt es im 3. Kapitel des Galaterbriefes. Daher denken wir im Reformationsjahr 2017 an all die Frauen und Männer, die Gottes Botschaft weitergetragen haben: die bekannten und die unbekannten.

Und wir danken Gott dafür, dass wir gemeinsam beauftragt sind, seine Kirche auf Erden umzubauen und so auszurichten, dass seine Liebe uns alle erreicht.

Quelle: RP
 
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