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Moers
Die Geschichte von der Raupe und Immerda

Moers. Das Figurentheater Maren Kaun thematisiert die Verwandlung zum Schmetterling: gestern im Stück "Gute Nacht, kleine Raupe" für Kindergartenkinder, heute in "Verwandlung" für Jugendliche. Von Peter Gottschlich

Es ist ein besonderer Moment, wenn sich eine hässliche Raupe verpuppt, um ein wunderschöner Schmetterling zu werden. Viele Schriftsteller und Theaterleute hat dieses Thema fasziniert, das das Erwachsenwerden symbolisiert. Eine davon ist Maren Kaun. Die 42-jährige Mannheimerin zeigt seit zehn Jahren immer wieder neue Varianten, wie sich eine Raupe verpuppt. Gestern war sie mit einer davon im Moerser Schloss, wo sie zweimal für Kindergartenkinder "Gute Nacht, kleine Raupe" bei den "Penguin's Days" spielte. Heute präsentiert sie im Schloss eine Variante für Jugendliche, die "Verwandlung" heißt.

"Gute Nacht, kleine Raupe" erinnert an die Geschichte der kleinen Raupe Nimmersatt. Nachdem sie an einem Montag aus dem Ei geschlüpft ist, durchquert sie erst einmal alle Stellen des Fracks, der von Immerda getragen wird. Er ist ihr Gegenüber auf der Bühne, der nur den Tag kennt, nicht schläft und "immer da" ist. Die Raupe freundet sich mit ihm an - und mit seinen Äpfeln. Sie höhlt diese genauso aus wie später Birnen, Pflaumen, Erdbeeren, Orangen oder Pampelmusen. Immerda ist darüber nicht glücklich, nimmt aber das zerfressene Obst in Kauf, weil er seinen einzigen Freund nicht verlieren will. "Wenn Du nicht mehr da bist, bin ich ganz allein", sagt er.

Die kleine Raupe wächst Tag für Tag. Am Samstag wird sie von Immerda in ein Blatt eingerollt. Nach dem "Gute Nacht" zum Sonntag schlüpft sie. Die einstige kleine Raupe verwandelt sich in einen wunderschönen Schmetterling. Immerda freut sich über diese Verwandlung, da der Schmetterling sein Freund bleibt.

Das Stück "Gute Nacht, kleine Raupe" traf den Nerv der Kinder im Moerser Schloss. Sie verfolgten es gebannt. Dazu waren sie mucksmäuschenstill, wenn sie nicht aktiv ins pantomimenreiche Schauspiel von Maren Kaun eingriffen. Zum Beispiel riefen sie "Da", als Immerda die Raupe suchte. Oder sie schrien "Ihhhhhhh", wenn die Raupe etwas Unappetitliches wegfutterte.

Beide Vorstellungen im Schloss waren ausverkauft. "Die Kinder kommen gruppenweise mit ihren Kindergärten", berichtete Maria Filiminov. Sie organisiert zusammen mit dem Theaterpädagogen Holger Runge die "Penguin's Days", die durch Eintrittsgelder und Unterstützung der Sparkasse am Niederrhein finanziert werden.

Quelle: RP
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