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Unsere Woche
Die harte Realität am Bau

Moers. "Solimare"-Eröffnung erst 2017 und eine Kindertagesstätte im "Weißen Haus": Das sind zwei Themen, die die Moerser zum Ende der Woche beschäftigten.

Bei der Enni war Dirk Hohensträter bisher immer der Mann für alle Fälle. Wenn irgendwo jemand benötigt wurde, der Plus und Minus sauber voneinander zu scheiden vermochte, war der gebürtige Westfale zur Stelle.

Sein Meisterstück hatte der Chef der Enni-Tochter "Sport und Bäder" in Moers abgeliefert, als er den ambitionierten Enni-Sportpark in Rheinkamp pünktlich und gemäß dem veranschlagten Kostenrahmen zur Zufriedenheit aller Beteiligten ablieferten.

Dass ihm als Techniker zum Jahresbeginn auch noch das Amt des Geschäftsführers der Kultur GmbH angetragen wurde und er seither Fachmann für Badespaß und Kontrabass in Personalunion ist, hat mit dem Nimbus der Zuverlässigkeit zu tun, der den kühlen Rechner umgibt. Im Augenblick allerdings hat es den Anschein, als werde er sich seiner neuen Aufgabe nicht in dem Maße widmen können wie das sicher wünschenswert, möglicherweise sogar erforderlich wäre.

Beim "Solimare"-Projekt steht er vor der vermutlich größten Herausforderung seiner Laufbahn. Er muss zusehen, dass nach der Trennung von dem Düsseldorfer Architekturbüro die Arbeiten zügig weitergehen. Schließlich hatte er noch Ende des vergangenen Jahres zugesichert, dass der Freibadbereich noch in diesem Sommer geöffnet werden kann. Nun sieht er die Chancen dafür bei nur noch 20 Prozent. Es wäre die zweite Verzögerung bei dem Projekt. Auch die Eissporthalle wird ein Jahr später fertig werden als ursprünglich angestrebt. Dort war Asbest gefunden worden.

Trotzdem war es keine Frage, dass der Enni-Verwaltungsrat Hohensträters Vertrag am vergangenen Montag in nichtöffentlicher Sitzung um fünf Jahre verlängerte. Es spricht für das Vertrauen, dass Hohensträter genießt, dass niemand Anstoß daran nahm, dass einen Tag nach der Verwaltungsratssitzung die Zusammenarbeit mit den Düsseldorfer Architekten beendet wurde.

Ein Bau, mit dem Hohensträter sich als Chef der Kultur GmbH vermutlich nicht mehr wird auseinandersetzen müssen, ist das "Weiße Haus". Dort wollte ursprünglich das Schlosstheater einziehen. Daraus wird wohl nichts werden. Die Lösung wäre viel zu teuer. Das gilt aber mehr noch für den Vorschlag der Grünen, dort einen Kindergarten unterzubringen. Das wäre allenfalls mit einem privaten Träger möglich, der bereit wäre, die zu erwartenden Sanierungskosten aus eigener Tasche zu bezahlen. Eine Kita für Besserverdiener- sicher nicht das, was die Grünen wollen? Oder doch?

Ein schönes Wochenende!! juergen.stock@rheinische-post.de

Quelle: RP
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